Internet und Iran

iranconnectDie Sanktionen gegen den Iran wurden gelockert. Jetzt dürfen wieder Waren und Dienstleistungen aus dem bösen Westen importiert werden.

Der Iran bemüht sich auch um bessere Internetanbindungen. Dazu wird ein Event mit dem Namen „Iran Connect“ am 6. und 7. September in Teheran abgehalten. Das Ziel ist es, lokale Anbieter mit internationalen Carriern zusammenzubringen.

Ich finde das gut. Internet heisst Zugang zu Information. Denn auch jede noch so gute Firewall lässt sich umgehen. Und je schneller und zuverlässiger die Verbindungen, um so einfacher wird das.

Mein Bekannter Martin Levy von Cloudflare, der quasi auf jedem dieser Events anzutreffen ist, wird hier wohl nicht auftauchen. Wie sein Name vermuten lässt, ist er einer, der Yom Kippur am liebsten Zuhause verbringt. Das schreibt der Veranstalter zu den Visabedingungen für den Iran:

VISAS

Nationals of all countries (except those listed below) holding a valid passport and wishing to visit Iran mainland, can obtain a 30-day Tourist Visa Upon Arrival at these airports […] List of non-eligible nationalities for visa: Afghanistan, Bangladesh, Canada, Colombia, India, Iraq, Jordan, Pakistan, Somalia, UK & USA.

Mit meinem Deutschen Pass dürfte ich also ohne vorher ein Visum beantragen zu müssen rein, Deutschland ist ja nicht in der Liste der Länder, deren Bewohner ein Visum brauchen. Und mit meinem Israelischen? Wohl kaum. Israel ist es aber nicht mal wert, genannt zu werden.

Einer der Sponsoren ist „Orange“. Naja, so lohnt es sich vielleicht doch noch für sie, dass sie Israel verlassen haben.

Burkiniverbot ist antisemitisch

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Mein Passfoto

Als ich nach der Hochzeit meinen deutschen Pass in Hamburg verlängern wollte, kam ich zum Einwohnermeldeamt mit meinem alten Pass, Passfotos und sonstigen Dokumenten. Nach langem Warten kam ich endlich zu einer Beamtin und gab ihr meine Unterlagen. Sie sagte wie aus der Pistole geschossen, ich könne auf dem Passfoto keine Kopfbedeckung tragen. Daraufhin erklärte ich ihr, dass gläubige jüdische Frauen nach der Hochzeit eine Kopfbedeckung tragen. Diese variiert vom Kopfband über Mütze bis zur Perücke. Die Beamtin schaute mich ungläubig und gleichzeitig begeistert an und sagte, sie müsse das überprüfen.

Nach einer Weile kam sie wieder und erzählte mir ganz begeistert, was sie darüber alles im Internet gefunden hat. Die Religionsfreiheit hat in meinem Fall gesiegt: Auf meinem Passfoto trage ich eine Kopfbedeckung.

Viele gläubige jüdische Frauen und Mädchen tragen Badeanzüge, die dem Burkini sehr ähnlich sehen. Daher ist der Burkiniverbot nicht nur ein Angriff auf die Religionsfreiheit der muslimischen Frauen, sondern auch der jüdischen.

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Koscherer Badeanzug für Frauen

Zwei große Diskussionen haben in den letzten Tagen und Wochen die Schlagzeilen beherrscht: Das Burkaverbot in Deutschland und das Burkiniverbot in Frankreich.

Wie passt es eigentlich zu unserer freiheitlich denkenden Gesellschaft, dass wir nur noch über Verbote sprechen? Manchmal kommt es mir vor, als wären unsere Grundrechte, etwa das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und die Religionsfreiheit, anderen, zweifelhaften Werten untergeordnet worden. Gibt es etwa ein Recht auf freie Fleischbeschau an Europäischen Stränden, von dem ich nichts weiss?

In der Burka sehe ich persönlich eine eindeutige Unterdrückung der Frau. Wenn man eine Frau religiös zwingt, ihr Gesicht komplett zu verdecken, macht man aus einer Frau einen Gegenstand, der nicht mit der Außenwelt kommunizieren darf. Das finde ich widerlich.

Beim Burkini ist aber eine ganz andere Geschichte. Wenn eine Frau aus religiösen oder aus irgendwelchen anderen Gründen ihren Körper am Strand nicht komplett zeigen möchte, hat kein Mann oder Polizist das Recht, sie zum Ausziehen zu zwingen. Was ist das für eine Frechheit?

In Israel gibt es jede Menge Frauen in Burkinis und koscheren Badeanzügen an den Stränden. Der eine oder andere guckt vielleicht komisch, doch man respektiert die Freiheit auf religiöse Ausübung.

Wieso führt man eigentlich so viele Debatten über Frauen? Lasst uns doch mal darüber sprechen, wie die Männer der zivilisierten Gesellschaften am Strand angezogen sind.

Das muss Konsequenzen haben für die Tagesschau!

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal Richard C. Schneider nachtrauern würde. Und auch nicht, dass die #Bild mal seriöser recherchiert und berichtet als die #Tagesschau!

Tapfer im Nirgendwo

Wenn es stimmt, was der Experte in dem folgenden Artikel sagt und es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln, muss die ARD alle Verantwortlichen an ihrem Hetzbericht gegen Israel, den auch Tapfer im Nirgendwo scharf kritisiert hat, versetzen.

http://www.bild.de/politik/ausland/westjordanland/wasser-beitrag-ard-47343750.bild.html

Verantwortlich für den Bericht der Tagesschau sind Susanne Glass und Markus Rosch. Sie sollten mal Urlaub machen. Lange Urlaub machen. Und weit weg von Israel!

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ARD: Wasser marsch!

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Wasser ist in Israel ein kostbares Gut

Die Tagesschau in der ARD hat sich einen Beitrag über die Wasserversorgung für Palästinenser in Judäa und Samaria geleistet, über den sich einige Menschen so richtig aufgeregt haben. Auch die Israelische Botschaft fühlte sich in ihrem Newsletter genötigt, die angeblichen Wahrheiten aus der Tagesschau wieder richtig zu stellen. Sie schreiben sehr höflich aber bestimmt:

Während wir der Bedeutung der Medien bei der Berichterstattung einen hohen Stellenwert beimessen, sollte die Anhörung aller Seiten und die Überprüfung von Tatsachenbehauptungen vor der Veröffentlichung elementarer Bestandteil der journalistischen Arbeit sein. Eine Befragung der israelischen Seite haben wir in der aktuellen Berichterstattung vermisst.

Das Tel Aviver ARD Studio wehrte sich mit Händen und Füssen in ihrem Blog:

[…] sowie in dem besagten Blog noch mit unrichtigen Behauptungen zur Situation zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten sowie Behauptungen/Beleidigungen verbunden ist, wonach die ARD in die „Lügenkiste“ greife, weil es sich bei dem Kürzel ARD in Wahrheit um „Antisemitischer Rundfunk Deutschlands“ handle, wollen wir es an dieser Stelle bei den oben dargelegten Ausführungen belassen.

Sie nahmen damit Bezug auf Gerd Buurmann, einen Theatermenschen aus Köln, der in seinem Blog „Tapfer im Nirgendwo“ sehr wortgewaltig für Israel polemisiert. In seinem Post zitiert er MdB Michaela Engelmeier, die Jenny und ich im Sommer hier in Tel Aviv getroffen haben.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer. So fliesst das Wasser und so gebiert sich die ARD in ihrem Blog. Anstatt sich selbstkritisch zu hinterfragen, zitieren sie wieder halbseidene Quellen in ihrer billigen Rechtfertigung und zitieren und bewerben auch noch ohne Not die Polemik gegen die ARD („Antisemitischer Rundfunk Deutschlands“) Gerd Buurmanns. Ich denke, sie fühlen sich in ihrer journalistischen Ehre verletzt und reagieren daher bockig. Dabei muss niemand diese Ehre verletzen, das schaffen sie schon ganz allein.

Die fünf dummen „Argumente“ des Jürgen Todenhöfer

Wann widerspricht endlich jemand diesem Todenhöfer bei einem seiner zahlreichen Talkshowauftritten? Gegenargumente gibt es genug, TiN hat sie zusammengetragen!

Tapfer im Nirgendwo

Jürgen Todenhöfer hat auf Facebook wieder in die Tasten gehauen. Er hat dabei erneut jene fünf vermeintlichen „Argumente“ rausgehauen, die mittlerweile so oft relativiert wurden, dass jeder einigermaßen klar denkende Mensch sie nicht mehr verwenden würde. Nicht so Todenhöfers Jürgen. Tapfer im Nirgendwo macht sich daher erneut die Mühe, die„Argumente“ zu kommentieren.

1. Argument: Die Kreuzzüge.

Jürgen Todenhöfer schreibt:

„WÄHREND DER KREUZZÜGE des Mittelalters begingen Europäer ‚im Namen‘ des Christentums unbeschreibliche Massaker. Millionen Muslime und Juden wurden ermordet und verstümmelt.“

Tapfer im Nirgendwo antwortet:

Den Kreuzzügen ging eine brutale islamische Expansion voraus. Sie begann im 7. Jahrhundert. Dabei wurden viele Gebiete militärisch erobert und die dort lebenden Menschen dem Islam unterworfen. Es kam zu der Besiedlung christlicher Gebiete durch arabisch-muslimische Eroberer im Nahen Osten, in Nordafrika und in Italien. Die Insel Sardinien wurde erobert und bei dem Einfall in Rom im Jahr 846 unter anderem die Basilika St. Peter…

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Geschundenes Olympia

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Olympia in Rio ist das Sportereignes des Jahres! Will sagen: Das wäre es gerne. Viel mehr Menschen, zumindest in Europa, haben sich für die Fußball-EM und die Tränen von Cristiano Ronaldo interessiert und die „Tour de France“ hat den Publikumsbedarf an Sport unter Zuhilfenahme von leistungssteigernden Substanzen bereits erschöpft. Und Formel-1 ist ja auch noch.

Vielmehr prägen schlechte Nachrichten aus Rio das Bild. Das rigorose Vorgehen der Behörden gegen Olympia-Gegner, die Protzbauten zu Lasten der Bevölkerung, die schwierige Sicherheitslage, das gnadenlos verdreckte Wasser in der Guanabara-Bucht, Zika Viren.

Die absolute Kommerzialisierung des Events kann man sich noch schön reden, wenn man will. Doch die Dopingskandale, besonders der zu Lasten Russlands und Brasilien als gegeben hinzunehmen, fällt dann doch schwer.

Dass jetzt das Libanesische Team sich weigerte, mit Israelis in einem Bus zu fahren, ist da fast nur noch eine Fussnote.

Den Libanesischen Athleten kann man das im Grunde genommen nicht mal verdenken. Sie würden alleine durch diese Busfahrt ein Gesetz in ihrem Heimatland brechen, das nicht mal eine Facebook-Freundschaft mit einem Israeli erlaubt, geschweige denn eine gemeinsame Busfahrt.

Der IOC aber hätte die Libanesen, wenn auch nicht aus den Spielen, dann doch zumindest aus dem Bus werfen können. Denn wer sich weigert, mitzufahren, wartet eben auf den nächsten Bus. Die Israelis hatten kein Problem, zu den Libanesen einzusteigen.

Doch wer vom IOC irgend etwas erwartet, das ihren eigenen Statuten entspricht, der glaubt auch daran, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Wem die 271 teilehmenden russischen Athleten nicht Beweis genug sind, der denke an Israel und lese aus Wikipedia zum IOC:

Das Ziel dabei ist es, mit dieser Bewegung einen Beitrag zum Aufbau einer friedlichen und gerechten Welt zu leisten, indem der Sport ohne jegliche Diskriminierung die Jugend der Welt im Geist von Freundschaft, Solidarität und Fair Play zusammenführt.

Selten so gelacht.