Tischa Be’Av in Jerusalem

Heute Morgen war ich mit meiner Gemeinde auf einem Aussentermin. Heute ist Tischa Be’Av, ein Trauer- und Fasttag, an dem wir der Zerstörung des ersten und des zweiten Tempels gedenken. Daher haben wir für das Morgengebet einen Ort gewählt, von dem aus man die Jerusalemer Altstadt überblickt und eine Perspektive hat, so dass man zuvorderst den „Har HaBayit“, also den Tempelberg sieht.
Tischa Be’Av ist so traurig, dass man sich nicht mal gegenseitig grüßt und die Geschichten, die man sich als Teil des Abend- und Morgengebetes gegenseitig vorliest, stellen Stephen Kings Bücher an Grausamkeit locker in den Schatten. Dabei vergeht einem der Appetit. Kein Wunder, dass das ein Fasttag ist. Zom kal! (Habt ein einfaches Fasten!)11794543_905079222887201_4258832914040606480_o

Gut Schabbes Selfie – Black Sabbath

Gut-Shabbes-Selfie

Nur noch zwei Tage, bis die „Drei Wochen“ vorbei sind. Drei Wochen, in denen man sich nicht rasieren darf, keine Musik hören und kein Fleisch essen. In der letzten Woche, quasi als Steigerung, darf man nicht mal Wäsche waschen (ausser für Kinder). Bin ich froh, dass ich einen langsamen Bartwuchs habe, sonst sähe ich jetzt aus wie ein Waldschrat.
Dieser Schabbat ist der Schabbat vor Tischa BeAv und wird daher auch der „Schwarze Schabbat“ genannt. Auf Englisch also „Black Sabbath“, da drängte sich das Motiv mit Ozzy Osbourne und seiner Band geradezu auf. Es gibt auch einen „Weissen Schabbat“, der Schabbat vor Yom Kippur. Beide haben gemein, dass man sich noch mal den Bauch so richtig voll schlagen kann, bevor man danach dann 26 Stunden lang fasten muss, dieses Jahr sogar direkt im Anschluss an Schabbat. Was sage ich: Man fängt schon in den letzten Stunden des Schabbat damit an!
Wir fasten diesen Sonntag am Tischa BeAv, um in Trauer der Zerstörung des ersten und des zweiten Tempels zu gedenken. Aber jedem Ende wohnt ein Anfang inne. Daher passt es ganz gut, dass unser Wochenabschnitt der Beginn des Fünften Buch Mose ist, auch „Devarim“ genannt. Moses, der wusste, dass er bald sterben wird, wiederholt noch mal alles, was G-tt ihm aufgetragen hat für das Volk Israel, damit sie nach ihm selbständig das Land Israel besiedeln können.
In meinem Leben ging kürzlich auch etwas zu Ende und etwas neues beginnt. Und es hat auch mit Verlust, Neuanfang, Jerusalem und Besiedelung des Landes Israel zu tun: Meine kleine Familie und ich, wir werden in der nächsten Woche unsere Wohnung in Jerusalem verlassen und sind sehr traurig darüber. Jerusalem ist wahrlich die schönste Stadt der Welt. Aber der Neuanfang wird in Ra’anana sein, einer schönen Stadt nördlich von Tel Aviv. Und wir freuen uns auf einen neuen, spannenden Abschnitt in unserem Leben.
Und auf laute Musik (aber nicht Black Sabbath), saftige Steaks und einen frisch rasierten Bart ab Montag!

Gut Schabbes!11782244_904225969639193_7650353572652288562_o

Gut Schabbes Selfie – Mattot und Massei

Gut Shabbes Selfie

Heute gibt es ein klassisches Selfie-Foto zum Schabbat. Ich sehe darauf ziemlich fertig aus, denn wir sind heute morgen um sechs nach einem Nachtflug wieder aus Deutschland zurück gekommen.

Der heutige Wochenabschnitt ist ein doppelter (Mattot und Massei) und es geht unter anderem um „neder“. Und das passt doch gut zur „Gut-Schabbes-Selfie“ Rubrik hier: Ich hatte mir ehrlich, wirklich ganz dolle fest vorgenommen, jeden Freitag ein Foto zu posten, aber ich bin nicht immer dazu gekommen. G-ttseidank habe ich beim ersten dieser Selfies „immer mal wieder“ anstatt von „jeden Freitag“ versprochen. Auf hebräisch sagt man dazu „bli neder“, also ohne neder. Für das Wort neder gibt es keine genaue Übersetzung. Am ehesten heisst es Versprechen oder Schwur.

Also: Ich schwöre, bli neder, nächste Woche gibt es wieder ein Selfie von mir mit längerem Bart (wegen Tisha Be’av, dazu nächste Woche mehr. Bli neder).

Gut Shabbes, wieder aus Jerusalem!11753263_901077143287409_5922620854408754127_n

Gut Schabbes Selfie – Milka

Endlich komme ich wieder dazu: Ein „Gut Shabbes Selfie“. Wir sind gerade in Deutschland zu Besuch und hier gibt es an jeder Ecke günstig und gut und dennoch koscher (Chalav Nochri) Milka-Schokolade!
So süss wie sie ist unser Wochenabschnitt aber nicht. Es geht um die Musterung von wehrfähigen Männern und handelt von den Tier- und Speiseopfern für die vielen Feiertage, Neumondstage und Schabbate. Im besten Fall eine eher dröge Lektüre mit vielen Zahlen und Abfolgen von nur gering abweichenden Wiederholungen von Beschreibungen und Aufzählungen.
Die Schokoladenseite des Abschnitts ist aber die Stelle, die von Milka und ihren Schwestern erzählt. Sie hiessen Machlah, Noah, Choglah und Thirzah. Sie waren die Töchter Zelophchads, hatten keinen Bruder und sollten daher bei der Verteilung des Erbes übergangen werden. Sie begehrten auf, gingen zu Mosche und er brachte ihr Anliegen vor G-tt. Mit Erfolg! Sie bekamen ihren gerechten Anteil. Sie waren wohl die ersten Feministinnen der Geschichte.
Ich wünsche euch einen süßen Schabbat, der hier in Hamburg erst gegen Mitternacht zu Ende geht. Da bleibt viel Zeit über Milka und ihre Schwestern nachzudenken und vielleicht auch mal ein Stück Schokolade zu naschen! Aus rein religiösen Gründen, versteht sich.

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Nazi-Indoktrinierung von Kindern

Der SPON-Artikel über die Indoktrinierung von deutschen Kindern im 3. Reich ist ernüchternd. Offenbar gelang es den Nazis, ihr Antisemitisches Gedankengut tief in den Gemütern dieser Menschen zu verankern, so dass sie bis heute Juden hassen.
Erschreckend ist diese Erkenntnis, wenn man bedenkt, dass die Lehrpläne der Fatah und Hamas denen der Nazis ins Nichts nachstehen. Wie sollen wir mit diesen palästinensischen Kindern, wenn sie aus ihrer Pubertät entwachsen sind und vollwertige Mitglieder ihrer Gesellschaft werden, jemals Frieden schliessen?
Die EU finanziert viele dieser Schulen. Sie könnte also auch Einfluss auf die Lehrpläne nehmen. Tut sie aber nicht. Und in 50 Jahren lesen wir dann wieder einen Artikel wie diesen auf SPON über Antisemitismus unter Palästinensern.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/antisemitismus-bei-schuelern-aus-nazi-zeit-besonders-verbreitet-a-1038908.html

Gut Schabbes Selfie – Schlach

Gut-Schabbes-Selfie

Ich werde ab jetzt Freitags immer mal wieder einen Gut-Schabbes-Selfie posten: Der Wochenabschnitt und ich.

Auf in den Kampf ums Heilige Land! Der Torahabschnitt diese Woche heisst „Schlach“ und handelt von den Spionen, die Moses los schickt, um das Land militärisch auszukundschaften. Sie machten ihre Job fantastisch, weil niemand sie entdeckte, sie heile zurück kamen und auch noch eine riesige Traube Weintrauben mit zurück schleiften. Das Logo der Israelischen Tourismusbehörde erinnert daran. Und Schlach heisst ja, „Schicke!“, und zwar nach Israel. Passt also, das Logo.
Trotzdem waren G’tt und Moses unzufrieden mit den wackeren Spionen. Ihre Berichte über übermächtige Feinde und stark befestigte Städte machten dem Volk Israel Angst und so mussten sie insgesamt 40 Jahre durch die Wüste wandern, bis eine neue Generation herangewachsen war, die selbstsicher genug war.
Ich bin vor kurzen auch 40 Jahre alt geworden, und zwar hier, in Israel. Bis ich 34 Jahre alt war hat es gedauert, bis ich endlich eingewandert bin. Die Spione, die mir Angst davor machen wollten sind BBC, Reuters, ARD und Co. Und auch ich bin mit ihnen unzufrieden. Wann wächst endlich eine neue Generation Journalisten heran? In 40 Jahren erst? Puh.

Gut Schabbes euch allen!11035932_885511838177273_3146568568669418587_o

Homo-Ehe?

11267356_881644651897325_4153708862703344819_nIn meinem Beitrag gestern schrieb ich darüber, wie ich mich als heterosexueller, religiöser Jude zu Menschen verhalte, die homosexuell sind. Aber wie soll ein Staat mit ihnen umgehen?
In Israel gibt es keine zivile Ehe. Wer sich nicht von einem Rabbi, Imam oder Priester trauen lassen will, der muss ins Ausland fahren für einen Trauschein. Etwa nach Zypern, wohin es deswegen geradezu einen Hochzeitstourismus gibt. Der Staat erkennt nämlich anstandslos im Ausland geschlossene Ehen an. Aber auch nicht-verheiratete Paare kommen in den Genuss von erweiterten Rechten. Man bekommt etwa ein unbefristetes Arbeitsvisum als Nicht-Israelischer Lebenspartner eines Israelis.
In Israel werden die Stimmen lauter, dass es doch bitte im Land möglich sein muss, eine Zivilehe ohne Religionsdiktat einzugehen. Aber ist das der richtige Weg?
Die Ehe hat aus staatlicher Sicht weitreichende Folgen. Es geht um Erziehungsrecht, Adoptionsrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Staatsbürgerschaftsrecht, Steuerrecht, Rente oder auch darum, wer im Ernstfall, etwa bei einem Unfall oder schwerer Krankheit, informiert wird oder Entscheidungen trifft. Das sind alles keine Lappalien und komplexe, gewachsene Strukturen mit ihrer Berechtigung.
Die Frage nach der Homo-Ehe ist also nicht, ob gleichgeschlechtliche Paare sich offen lieben und zusammen leben dürfen und ein gemeinsames Konto führen können. Das ist alles in Deutschland bereits gegeben. In Israel übrigens auch. Es geht um mehr.
In Irland wurde kürzlich die Homo-Ehe mit allen Rechten und Pflichten wie für heterosexuelle Paare eingeführt. Ausgerechnet diese Erzkatholen aus Irland?? Deutschland und andere Länder sehen sich daher unter Zugzwang.
Ich bin gegen die Homo-Ehe. Will sagen, in meiner Religion haben zwar Homosexuelle Platz, wie ich gestern ausgeführt habe, aber keine gleichgeschlechtlichen Eheschliessungen. Aber in dem Moment, wo ich den Wirkungsbereich meiner Religion verlasse, ist das was anderes. Dort, also bei Christen, Atheisten, Muslimen, Hindus oder was auch immer, bin ich weder dafür noch dagegen. Es geht mich einfach nichts an! Und unter uns: Das Liberale Judentum ist aus meiner Sicht ebenso eine komplett andere Religion, auch wenn deren Mitglieder, zumindest größtenteils, Juden sind und sie gleichnamige Feste feiern wie wir.
Ehe ist ein ursprünglich religiöses Konzept. Nicht jede Gesellschaftsform, jede Generation und jedes Volk misst ihr Bedeutung zu, auch wenn die Ehe weit verbreitet ist. Und da sie etwas religiöses ist, ist es in Israel eigentlich folgerichtig, wenn der Staat sich aus der Eheschliessung so weit es geht heraushält. Deswegen fragt hier auch niemand ernsthaft nach einer Homo-Ehe. Dafür ist der Staat Israel überhaupt nicht zuständig.
Für Deutschland, das so viele verschiedene Traditionen, Religionen und Kulturen unter seinen Bürgern hat, könnte man einen radikalen, liberalen Lösungsansatz finden: Die Zivilehe wird abgeschafft! Wer wen und wo mit welcher Zeremonie heiratet, ist Privatsache. Die oben genannten Rechtsfragen werden über Verträge geregelt, die man gerne auch „Ehevertrag“ nennen kann, aber eben nicht muss. Der Staat kann einschränken, wer welche Verträge abschliessen darf. Etwa Minderjährige ausschliessen (wie bei den meisten anderen Verträgen auch) oder Geschwister- und Vielehen untersagen. Aber diese Einschränkungen müssen wohl bedacht sein und sind auch anpassbar.
Israel wäre also gut daran geraten, keine Zivilehe einzuführen, sondern lieber die Religionen, die eine rechtsgültige Ehe schliessen dürfen, zu erweitern. Und Deutschland? Es wird schwer, die Zivilehe abzuschaffen. Sie ist im Grundgesetz verankert. Und das Grundgesetz als Ganzes ist meines Erachtens wertvoller, als das Recht von Homosexuellen, etwa Kinder zu adoptieren. So traurig das für die Betroffenen auch ist. Aber wer weiss, vielleicht schafft es ein Bundestag ja, das Grundgesetz in diesem Punkt zu liberalisieren?

 

Homoehe

11351168_880961261965664_58994904588655981_nDie „Homoehe“ wird gerade heiss diskutiert. Und auch ich wurde schon gefragt, was ich davon halte.
Ich versuche einfach mal, systematisch daran zu gehen und da ich religiös bin, bedeutet das, dass ich nachsehe, was die Torah dazu sagt.

Was spricht gegen die Homo-Ehe? Am deutlichsten noch das Dritte Buch Mose (Leviticus), Kapitel 20, Vers 13. Dort steht:

„וְאִישׁ, אֲשֶׁר יִשְׁכַּב אֶת-זָכָר מִשְׁכְּבֵי אִשָּׁה–תּוֹעֵבָה עָשׂוּ, שְׁנֵיהֶם; מוֹת יוּמָתוּ, דְּמֵיהֶם בָּם.“ Übersetzt heisst das: „Und wenn ein Mann bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, haben beide einen Gräuel getan, sie sollen sicher sterben, ihr Blut soll auf ihnen sein.“

Puh, sieht bisher nicht gut aus für die Homo-Ehe, sogar sterben soll ein schwuler Mann. Wenn man nun noch den Kitzur Schulchan Aruch, also die üblichste Gesetzessammlung nach den Gesetzen zur Ehe durchsucht, dann kommt eine gleichgeschlechtliche Ehe nicht mal in einem Nebensatz vor. Es wird geregelt, wen ein Kohen, eine Witwe, eine Konvertitin oder ein Mamser (dazu andermal) heiraten darf. Aber ein Mann einen Mann oder eine Frau eine Frau wird nicht mal erwähnt.

Es sieht also wirklich duster aus für die Homo-Ehe im Judentum. Aber bevor wir resigniert die Bücher zuschlagen, schauen wir doch lieber mal, was auf der Haben-Seite zur Homosexualität gilt:

– Der oben genannte Vers aus dem 3. Buch Moses lässt sich verschieden übersetzen. Die meisten Übersetzungen, vor allem die christlichen, lauten, die beiden Männer sollen getötet werden. Aber das ist eigentlich verkehrt. Wenn man Exodus 31:15 im Vergleich sieht, in dem eindeutig die Todesstrafe für das Brechen des Schabbat geschrieben steht, dann steht dort im hebräischen original „מוֹת יוּמָת“ und nicht „מוֹת יוּמָתוּ“. Ein Vav mehr macht den Unterschied. Die Torah verlangt also nicht, dass homosexuelle Männer getötet werden, sie prophezeit ihnen nur den Tod. Sterben meint im biblischen Sinn nicht nur den sofortigen Tod, sondern auch den Tod aller Nachkommen bis zur siebten Generation. Das war etwa die Strafe für Kain dafür, dass er seinen Bruder Abel erschlagen hat. Wir sind laut der Torah alle Nachkommen von Seth, dem jüngeren Bruder von Abel und Kain.
Dass ein schwules männliches Paar ohne Hilfe einer Frau keine Kinder bekommt, ist einleuchtend. Und sterben müssen sie auch, wie jeder Mensch. Prophezeiung erfüllt.
– Angenommen, meine Übersetzung ist falsch und es ist eine Aufforderung zum Töten, dann haben die Sanhedrin schon vor Jahrtausenden die durch Menschen verfügte und verübte Todesstrafe abgeschafft. Nur G-tt selbst kann richten und er hat bis in die siebte Generation Zeit, die Strafe zu vollziehen. Wir müssen ihm dabei nicht helfen.
– Die Torah verbietet in dem Vers nicht die Liebe zwischen Männern, sondern nur den sexuellen Akt. Männer dürfen Männer heiss und innig lieben, nur nicht mit ihnen schlafen.
– Frauen werden gar nicht sanktioniert. Sie dürfen andere Frauen lieben und mit ihnen schlafen. Orthodoxe Rabbiner werden das zwar nicht erlauben, aber mit der Torah können sie ein Verbot nicht begründen.
– Wenn heute ein Jude den Schabbat bricht, dann töten wir ihn nicht nur nicht wie in Exodus 31:15 verlangt, wir laden ihn zum nächsten Schabbat-Essen wieder ein, geben ihm sogar einen Aufruf zur Torah beim Schabbatmorgeng-ttesdienst und rechnen es ihm auch sonst nicht böse an. Dabei sagt die Torah unmissverständlich, dass er zu töten ist. Bei einem Mann, der mit einem Mann geschlafen hat ist die Torah in diesem Punkt mindestens missverständlich, wenn nicht sogar nachgiebig. Um wie viel nachgiebiger müssen wir also gegenüber einem schwulen Paar sein, wenn wir schon einen Schabbatbrecher ohne Wenn und Aber akzeptieren?

Aber heiraten? Das geht zumindest im orthodoxen Judentum nicht. Dazu fehlen einfach die entsprechenden Gesetze.
Was aber der Staat macht, der ja unabhängig von Kirche und Religion ist oder zumindest sein sollte, ist eine andere Geschichte. Und was ich dazu denke, schreibe ich morgen mal auf. Bli neder (also, wenn ich dazu komme).

Deutschlandradio Kultur – Heimat

Heimat

Israel ist meine Heimat, mein Heimatland und Jerusalem mein Zuhause. Vor wenigen Tagen haben wir Israelis erst tief getrauert und dann ausgelassen gefeiert. Dem Unabhängigkeitstag „Yom Ha’atzma’ut“ wird nämlich immer der Erinnerungstag „Yom HaSikaron“ vorangestellt.
Wer Unabhängigkeit und den eigenen Staat feiert darf die nie vergessen, die für ihn ihr Leben lassen mussten: Die gefallenen Soldaten, die Terroropfer. Dieses Jahr wurde auf der Trauerveranstaltung hier in der Nachbarschaft, auf der ich war nicht nur Gefallenen und Terroropfern in Israel von der Staatsgründung bis heute, sondern auch den Toten in Frankreich gedacht, die direkt nach dem Charlie Hebdo Anschlag in dem koscheren Supermarkt ermordet wurden. Auch die französischen Juden gehören zum Volk Israel.
Heimatland, Volk, das sind Begriffe, die in Deutschland eine Vorbelastung haben. Dieser Thematik nähert sich Elena Griepentrog auf „Deutschlandradio Kultur“ und nimmt meine Geschichte als Aufhänger. Ein Beitrag mit vielen O-Tönen von mir.

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