Klaus Böhmermann

„Ey, der Böhmermann redet über Dich! Hier, ab Minute 5:20!“ Zu dieser Nachricht gab es noch den Link zu Spotify.

Hier in Israel gibt es diesen Dienst aber nicht. Das zugehörige App gibt es nicht mal im Appstore. Also bat ich meinen Bruder, mir das in Deutschland anzuhören und zu berichten. Er berichtete im Video:

 

Ich habe also Jan Böhmermann auf Twitter dazu gebracht, sich mit meinem Vater Wolf Biermann auseinanderzusetzen. Schön. Und „wortstark“ bin ich auch. Bei einem solchen Kompliment sehe ich mal über die etwas unqualifizierten Sprüche zu meinem Vater hinweg und freue mich über die Grimassen meines Bruders im Video.

Böhmermann: gut und gut gemeint

Das neue Böhmermann Video über die hell angezogenen „Dunkeldeutschen“ und die bunten „Helldeutschen“, wie sie Gauck mal unglücklich nannte, ist gut gemacht und gut gemeint.

Die Parolen, die aus der AfD herausquillen, missfallen mir komplett. Ihrem unsäglichen „Wir sind das Volk“ Getue muss man etwas entgegensetzen. Und wenn es auch noch lustig und musikalisch ist, dann ist doch alles gut, oder?

Naja, fast. Die Gesangsästhetik von Rammstein mag man ja noch als lustigen Seitenhieb verstehen. Nett finde ich auch, dass der arme Jude im Video sich nicht so zum Affen machen muss (oder darf?) wie etwa der Pfaffe. Was ich aber gar nicht mag, ist die Argumentation: Wir waren böse und jetzt sind wir gut, und daher dürfen wir der Welt Ratschläge im Gut-Sein erteilen.

Blödsinn, lieber Böhmermann. Deutschland soll einfach mal den Ball flach halten. Ratschläge sind auch Schläge und Austeilen kann Deutschland wohl immer noch gut.

Das Einstecken üben wir lieber noch.