7 Jahre Israeli

Heute ist es sieben Jahre her, dass ich nach Israel eingewandert bin. Man nennt das „Aliyah“ machen. Das Wort bedeutet übersetzt „Aufstieg“, beschreibt also das Verlassen des Exils und die Heimkehr in die Heimat.

Hier in Israel ist viel passiert: Ich habe in insgesamt sechs verschiedenen Wohnungen in drei verschiedenen Städten gewohnt, habe meine wunderbare Frau Jenny geheiratet und sie hat uns sind zwei wirklich tolle Jungs geboren. Und zusammen haben wir viel erlebt und auch erreicht.

Für mich ist die Aliyah nach Israel tatsächlich eine Heimkehr geworden. Ich fühle mich hier zum ersten Mal in meinem Leben in einem Land zuhause. Geboren wurde ich in der DDR in Berlin, aufgewachsen bin ich in Hamburg, Rheinland-Pfalz und im französischen Elsass. Überall war ich auf der Durchreise und habe kaum emotionale Bindungen zu Orten aufgebaut. Meine Familie war meine Heimat, nicht mein Land, Ort oder Haus.

So freut es mich auch bis heute, dass meine Schwester Nelli mich damals begleitet hat auf meinem Weg nach Israel. Wie das damals war, beschreibe ich in meinem Buch „Wie werde ich Jude?“ und das gibt es hier als Leseprobe, die hoffentlich Lust auf mehr macht:

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Auszug aus dem Kapitel „Dating“

Deutschlandradio Kultur – Heimat

Heimat

Israel ist meine Heimat, mein Heimatland und Jerusalem mein Zuhause. Vor wenigen Tagen haben wir Israelis erst tief getrauert und dann ausgelassen gefeiert. Dem Unabhängigkeitstag „Yom Ha’atzma’ut“ wird nämlich immer der Erinnerungstag „Yom HaSikaron“ vorangestellt.
Wer Unabhängigkeit und den eigenen Staat feiert darf die nie vergessen, die für ihn ihr Leben lassen mussten: Die gefallenen Soldaten, die Terroropfer. Dieses Jahr wurde auf der Trauerveranstaltung hier in der Nachbarschaft, auf der ich war nicht nur Gefallenen und Terroropfern in Israel von der Staatsgründung bis heute, sondern auch den Toten in Frankreich gedacht, die direkt nach dem Charlie Hebdo Anschlag in dem koscheren Supermarkt ermordet wurden. Auch die französischen Juden gehören zum Volk Israel.
Heimatland, Volk, das sind Begriffe, die in Deutschland eine Vorbelastung haben. Dieser Thematik nähert sich Elena Griepentrog auf „Deutschlandradio Kultur“ und nimmt meine Geschichte als Aufhänger. Ein Beitrag mit vielen O-Tönen von mir.

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