Pater Nikodemus

Gestern Abend war ich in Jerusalem bei der Konrad-Adenauer-Stiftung zu Besuch. Mein Freund Michael Borchard hat seinem Amtsnachfolger symbolisch die Schlüssel für das Büro übergeben und eine pointierte, emotionale Rede gehalten. Das Land Israel wird ihn wohl zeitlebens nicht loslassen.

Dort traf ich mal wieder auf den in Stuttgart geborenen Pater Nikodemus. Auch er wird Israel nicht wieder los, denn er ist gekommen, um zu bleiben. Wir haben einen interessanten interreligiösen Dialog begonnen an dem Abend. Ich hoffe, wir werden ihn vertiefen.

Wenn es klappt, sogar mit Kamera und Ton, damit auch andere an unseren Gedanken und unserem Dialog teilhaben können. Denn eines ist uns beiden klar: Er wird Christ bleiben, ganz egal, was ich sage und ich bleibe Jude, egal welche Argumente er vorbringt. Nur wenn das geklärt ist, kann tatsächlich ein interessanter Austausch von Ideen und Wissen stattfinden.

Am kommenden Sonntag stellt er sich zur Wahl als Abt der Dormitio Abtei in Jerusalem. Ich wünsche ihm und der Abtei, dass er gewählt wird. Einen offeneren, sympathischeren, gewitzteren und besseren Abt werden sie so schnell nicht finden.