Energiewendewenden jetzt.

Eliyahs Kopf mit Batterien und Wind- und Sonnenenergie
Eliyahs Kopf mit Batterien und Wind- und Sonnenenergie

Ein neues Konzept, um von fossilen Energieträgern wegzukommen. Ein Produktmanager-Blickwinkel

Es stimmt. Ich bin kein Experte für Energieversorgung. Auch kein Ingenieur in der Energieindustrie, kein Kaufmann für Energieprodukte und auch kein erfahrener Energiepolitiker. Ich bin nicht mal ein ausgesprochener Energie- oder Klimaaktivist. Ich bin Produktmanager im Hightechsektor in Israel. Aber dennoch (oder genau deswegen) habe ich eine Idee, die das Problem der fehlenden Energiespeicher lösen kann.

Was ist das, ein Produktmanager?

Denn meine Aufgaben als Produktmanager kann man so umreissen: Ich manage keine Mitarbeiter, ich manage eine Produkt, also die Ziele des Produkts, die Ideen, die es dort hin bringen und habe die Ressourcen, die man dafür benötigt sowie den Markt, den es erreichen soll im Blick. Wäre ich Teil einer Schiffscrew, wäre ich weder Kapitän noch Steuermann, Maschinist oder Matrose sondern der Navigator, der vom Kapitän das Ziel vorgegeben bekommt, die Wetterlage vom Meteorologen einholt und dann an den Rest der Crew die Aufgaben weitergibt und deren Status und Auslastung kennt. Ich selbst muss dafür weder Maschinen bedienen, ein Schiff steuern oder Crewmitglieder managen können. Aber ich muss dafür sorgen, dass alle miteinander synchronisiert arbeiten, muss allen immer zuhören und dann abwägen, wie ich welche Zwischenziele priorisiere. Und um schnell auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren zu können, muss ich ständig Ideen entwickeln oder sammeln, wie das Ziel, das der Kapitän vorgibt, doch noch erreicht werden kann. Nicht alle Ideen funktionieren und ob eine Idee gut ist oder nicht, sagt mir selten der Kapitän sondern eher der Matrose, den ich gerade auf Deck treffe und frage, was er davon hält, einfach mal gen Westen über den Atlantik zu schippern und der mir die Insel zeigt, die auf keiner Karte verzeichnet ist, in die wir gleich hineindonnern, wenn wir weiter unseren Kurs fahren.

Das Produkt Strom: Alle wichtigen Faktoren

Doch zurück zur Energiewende. Meine Idee betrachtet Energieversorgung als Produkt und versucht viele Gesichtspunkte im Blick zu haben, um dieses Produkt neu zu denken. Und eure Aufgabe als Leser:innen dieser Ideen ist die des Matrosen, der mir sagt, ob ich eine Insel übersehen habe.

Die Voraussetzungen für das Produkt Energie, die ich dabei beachten muss, sind die folgenden:

  1. Das Ziel

Das Ziel ist die (fast) vollständige Abkehr von fossilen Brennstoffen für den Energiebedarf der Bevölkerung und der Industrie. Im Energiekuchen ist die Stromversorgung nur ein kleinerer Bestandteil, aber einer mit Wachstumspotential und vorhandener Technologie und Infrastruktur für erneuerbare Energien. Daher fokussiere ich mich auf diese Energieform.

  1. Der Markt

Die Zielsetzung ist nicht unternehmerisch, sondern politisch, und daher besteht der Markt für das Produkt im Grunde aus den Wählern, denn alle brauchen Strom. Wenn es keine politische Akzeptanz findet, ist das Konzept zum Scheitern verurteilt. Der sogenannte Product-Market-Fit muss daher zu den Wählern passen.
Veränderungen im Markt werden auch durch parallele Entwicklungen vorangetrieben, hier etwa der wachsende Markt für Elektromobilität.

  1. Geschäftsführung

Die Regierung der Bundesrepublik ist die Geschäftsführung, das Engergieministerium, in Deutschland das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, leitet den Geschäftsbereich. Sie hat das Ziel vorgegeben.

  1. Forschung und Entwicklung (RnD)

Das RnD stellt die Industrie dar, die das Konzept umsetzen muss. Anders als in einem klassischen Unternehmen, kann die Geschäftsführung nur bedingt der Entwicklungsabteilung sagen, was sie zu tun hat. Gesetzliche Rahmen und finanzielle oder steuerliche Anreize dienen der Steuerung.

  1. Marketing

Das Marketing oder die Kommunikation sorgt dafür, dass der Markt das Produkt versteht und annimmt. Diese Kommunikation kann auf verschiedensten Wegen erreicht werden. Es beginnt mit der Bekanntmachung der Strategie über die Presse bis zu Info-Broschüren und auch Direktmarketing durch Hersteller und Zulieferer. Das beste Marketing aber sind zufriedene Kunden und ein großes Medienecho.

  1. Zulieferer

Ohne ein Ökosystem an Zulieferern und Lösungsanbietern kann ein System nicht rund laufen. Diese sind sowohl die Hersteller von stromverbrauchenden Geräten, als auch Unternehmen, die Hausinstallationen machen, sprich Elektriker:innen.

  1. Zwischenhändler und Großverbraucher

Die Netzbetreiber und die Industrie, die große Mengen Strom abnimmt, sind Teil des Systems. Ohne sie funktioniert nichts.

  1. Der technologische Rahmen

Innovation kann Evolution der vorhandenen Rahmenbedingungen sein oder eine Revolution. Ersteres ist meistens schmerzfrei, aber langwierig und letzteres bringt Umwälzungen mit sich. Ob man den evolutionären oder revolutionären Weg einschlägt, hängt davon ab, wie weit das Ziel von der Wirklichkeit, also dem technologischen Rahmen entfernt ist. Zum Rahmen gehört der Bestand und die Entwicklungen, die im Markt passieren. Bei der Stromversorgung ist leider, verstärkt durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine, die Wirklichkeit viel weiter vom Ziel entfernt, als wir es alle wahr haben wollen. Deswegen ist eine Evolution, die auf die Kunst der Ingenieure setzt (wie es die FDP gerne tut), hier der falsche Weg.

Die Technologie: Alles im 50 Hz Takt

tl;dr: wem das jetzt alles zu technisch wird, kann jetzt bis zur Überschrift “Die soziale Komponente” springen und bis dahin nur Überschriften lesen. Die sind aber wichtig!

Herstellung = Verbrauch, immer!

Das Stromnetz speichert nicht. Das bedeutet, es wird immer genau so viel Strom produziert, wie in diesem Moment genutzt wird. Wenn also jemand zuhause eine Lampe anschaltet, muss in diesem Moment das Netz die Energie, die diese Lampe benötigt mehr produzieren.

Allerdings hat die Lampe keine Möglichkeit, ihren Stromverbrauch irgendwo anzumelden, deswegen wird die Stromerzeugung über einen klassischen Regelkreislauf kontrolliert. Und das geht so: Generatoren an Turbinen liefern eine Wechselspannung von 50 Hz. Wenn die Last im Netz steigt, steigt auch der Widerstand der Generatoren und die Turbine dreht langsamer. Die Frequenz sinkt kurzzeitig unter 50 Hz, das Kraftwerk erhöht den Druck auf die Turbine und die Frequenz steigt wieder. Gibt es einen Lastabfall, funktioniert es genau umgekehrt. (Diese Darstellung ist sehr verkürzt, es gibt noch mehr Netzelemente, die den Regelkreislauf unterstützen, etwa Großverbraucher in der Industrie)

Höchst-, Hoch-, Mittel- und Niederspannung

Das Stromnetz besteht grob aus drei verschiedenen Hochspannungsebenen, Höchstspannung (220-1150 kV) Hochspannung (60kV, 110kV) und Mittelspannung (3kV-30kV) sowie aus der Niederspannungebene (400V Drehstrom/230V), die alle durch Transformatoren voneinander getrennt sind. Vereinfacht gesehen geschieht die Erzeugung und Transport in den Höchst- und Hochspannungsebenen, die regionale Verteilung in Mittelspannung und der Endverbraucher nutzt Niederspannung. Es ist faszinierend, wie dieser Regelkreislauf über diese Ebenen hinweg funktioniert.

Transformator von Hoch- auf Mittelspannung
Hier wird in Kaltenkirchen von Hoch- auf Mittelspannung transformiert

Das Europäische Power-Grid ist in Gefahr

Um Ausfälle von Kraftwerken abzufangen, sind die Europäischen Netze miteinander verbunden. Sie sind alle über die 50 Hz synchronisiert. Wenn ein Kraftwerk ausfällt, fällt die Frequenz ab und die anderen Kraftwerke regeln sofort hoch. Und da diese Regelung alle vier Spannungsebenen durchläuft, kann man zuhause an der Steckdose in der Küche messen, wie der aktuelle Zustand des Stromnetzes ist. Es gibt sogar Open Source Softwareprojekte, die mit Hilfe von etwas Elektronik und einem einfachen Microcomputer (etwa einem Raspi) Stromnetzüberwachung von zuhause ermöglichen. Der Grund, warum ich die Küchensteckdose als Beispiel genommen habe ist, weil fast jeder in seiner Küche ein solches Messgerät betreibt: Die Uhr auf dem Küchenherd. Sie nutzt die Netzfrequenz als Taktgeber und wenn es viele Netzausfälle gibt, geht sie mit der Zeit nach.

Entfernt sich die Frequenz in einem Teilbereichs des Netzes zu weit von den 50Hz, kann es zu einem Desaster kommen: Der Netzzerfall. Das europäische Gesamtnetz zerfällt dann in kleine Netze, die so nicht mehr über genügend Redundanzen verfügen und es folgen Blackouts. Zerfallene Netze wieder zu synchronisieren ist sehr schwierig und dauert lange.

Das Grid unter Hochspannung

Sonne und Wind sind Erzeuger-Aliens

Man merkt, dass dieses Stromnetz für große turbinengetriebne Generatoren als Erzeuger gebaut ist, die Hochspannung mit stabilen 50Hz produzieren. Gas, Kohle, Atom und Wasserkraftwerke sind turbinenbasiert. Und jetzt kommen plötzlich neue Erzeuger, die sich nicht an die Spielregeln halten: Solar und Wind.

Photovoltaikanlagen liefern Gleichstrom, der auf die benötigten 50 Hz wechselgerichtet werden muss. Windkraftanlagen drehen so schnell, wie der Wind pustet und beide Energielieferanten können nur schwer regulieren, wenn überhaupt. Die dezentralen Erzeuger sitzen oft in der Mittelspannungs-, manchmal sogar in der Niederspannungsebene und werden quasi von der Seite in das Stromnetz eingespeist, was große Herausforderungen an die Transformatoren stellt, wenn erneuerbare für überregionalen Verbrauch genutzt werden sollen. Für all das gibt es technische Lösungen, die die Einspeisung ermöglichen, aber für die genaue Regulierung braucht man dennoch Turbinen im Netz, damit es stabil bleibt.

Da Wind und Sonne nicht immer bereit stehen und das regional sehr verschieden ist, braucht es große Stromtrassen um die Überschüsse, die etwa im Norden per Wind erwirtschaftet werden in den Süden zu transportieren, wenn die Sonne gerade nicht scheint und der Sonnenstrom aus dem Süden muss in den Norden, wenn eine Flaute herrscht. Und was passiert bei windstiller Nacht?

Wir brauchen Speicher! Mehr Speicher!

Um Erneuerbare effektiv nutzen zu können, muss man also speichern. Es gibt Pumpspeicherkraftwerke, die bei Überproduktion überschüssigen Strom nutzen, um Wasser in Staubecken auf Bergen zu pumpen und bei Stromknappheit wird das Wasser durch Turbinen abgelassen und Strom aus dieser Wasserkraft ins Netz zurückgeben. Die Wirkungsgrad liegt bei 75%, also unter dem von modernen Akkusystemen, aber dafür sind die Kapazitäten enorm und sie sind 100% kompatibel mit dem Wechselstromnetz. Sie reichen aber nicht mehr aus und für einen Ausbau der Kapazitäten fehlen in Deutschland die geologischen Voraussetzungen. Deswegen suchen viele Ingenieure, Erfinder, Tüftler, Visionäre, Industrie, Scharlatane und im Schlepptau Politiker nach Speichersystemen für Stromnetze.

Elektromobilität als antizyklischer Großverbraucher

Derweilen bahnt sich eine weitere Entwicklung den Weg: Elektromobilität. Die Antriebswende im Automobilbereich stellt ganz neue Herausforderungen an die Stromnetze, for allem was Kapazitäten angeht. Um komplett von Verbrennern auf Elektro umzusteigen, braucht es große Investitionen in das Stromnetz. Und: Elektroautos setzen auf Batterien und ändern damit das Paradigma vom gleichzeitigen Verbrauch und Erzeugung. Das Auto verlangt, ganz anders als die Lampe aus dem Eingangsbeispiel, genau dann nach Strom, wenn es gerade NICHT benutzt wird. Also antizyklisch. Das trifft eingeschränkt auf alle Verbraucher mit Batterien zu, etwa Handys und Laptops. Was diese Verbraucher auch gemein haben ist, dass sie keine stabile Stromversorgung benötigen. Sie sind übergangsweise autark.

Menschen sind Egoisten

Es gibt Ideen, die Autobatterien oder auch private Hausbatterien zu nutzen, um für alle den Strom zu speichern und wieder an das Netz abzugeben, wenn gerade Bedarf ist. Aber diese Idee hat ein grundsätzliches Problem: Den Egoismus der Batteriebesitzer. Warum sollen sie ihre Ladezyklen anderen zur Verfügung stellen? Was ist, wenn das Auto nicht mehr genügend Strom in der Batterie hat, nur weil der Nachbar dringend Wäsche waschen wollte und gerade kein Wind weht?

Ja, die Lampe braucht stabilen Strom. Sonst flackert sie oder leuchtet gar nicht. Aber es gibt ausser den batteriebetriebenen noch mehr Geräte, die mit instabilem Strom klar kommen könnten. Etwa ein Kühlschrank. Der hat zwar keine Batterien, aber er speichert Kälte und kann so, zumindest theoretisch, Zeiten ohne Strom überbrücken.

Die soziale Komponente

Deswegen sage ich: Wir brauchen ein instabiles, dezentrales Stromnetz mit hoher Kapazität. Zusätzlich. Aber bevor ich die Einzelheiten dazu beschreibe, gibt es noch ein weiteres Problem, das die Erneuerbaren in Deutschland mit sich gebracht haben und das von individueller Elektromobilität noch verstärkt wird: Das soziale. Die vor kurzem abgeschaffte EEG-Umlage und die Abnahmegarantie von Erneuerbarer Energie zum Festpreis, war im Grunde eine Umverteilung von unten nach oben. Einfache Mieter in einem Wohnblock finanzierten die Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Eigenheimbesitzers. Der lädt mit dem fremdfinanzierten und dadurch billig selbst produzierten Strom seinen Tesla-Sportwagen und die Unglücklichen, die keine Ladesäule in ihrer nichtvorhandenen Tiefgarage haben zahlen für ihren 15 Jahre alten Kleinwagen bei jeder Fahrt Mineralölsteuer, ganz im Gegensatz zum Teslafahrer. Das ist nicht nur ungerecht, es ist ein politischer Fehler.
Und die Windkrafträder im Wald nebenan? Die nerven die Anwohner mit ihrem Surren und verdienen derweil Geld für Leute, die weit, weit weg wohnen.

Dezentral und instabil und dennoch gut?

Viele dezentrale, instabile Stromnetze lösen diese Probleme. Anstelle in den Ausbau des stabilen Netzes zu investieren, könnten Kommunen regionale Parallelnetze für erneuerbare Energien bauen, die das Prinzip des Regelkreises umdrehen: Es wird verbraucht, was produziert wird und nicht andersherum.

Verbrauchen, was produziert wird!

Dieses Netz stellt eine Spannung zwischen 5 und 800V bereit, je nach Verfügbarkeit. Es ist steuerbevorzugt und erreicht dadurch kWh-Preise von 5 – 10 Cent, die sogar bei hoher Produktion dynamisch darunter liegen können. Das stabile Netz wiederum wird mittelfristig immer teurer. 50 Cent oder mehr pro kWh sind das Ziel. Die erwartbaren Effekte sind folgende:

  • Ladestationen für Autos werden als erstes an dieses Netz angeschlossen. Die Autos fungieren damit ganz automatisch als dezentrale Energiespeicher, ohne jemals etwas ins Netz zurückzugeben und belasten das existente Stromnetz nicht weiter.
  • Investitionen in dezentrale Speicher lohnen sich plötzlich für jede Einkommensklasse. Vermieter können mit billigem Strom dank eigener Batterieanlagen im Hauskeller punkten
  • Der Ausbau von Erneuerbaren in Wohnortnähe wird plötzlich zum Standortvorteil. Es gibt mehr billigen Strom für mich dank mehr Windrädern in der Nachbarschaft? Ich bin dafür!
  • Stadtversorger werden nicht mehr zum Spielball der großen Energiekonzerne und betreiben ihre eigenen Netze.
  • Es wird nicht mehr nur Wettervorhersagen, sondern auch Stromvorhersagen geben, die erlauben, Verbrauch zu planen.
  • Hersteller von Geräten werden sie billigstromkompatibel umbauen. Der Kühlschrank bekommt einen Spannungswandler und einen größeren Kompressor und Kühlmitteltank und kann so Kälte bereitstellen, wenn die Spannung im Netz gerade niedrig ist. Verbunden mit der Stromvorhersage kann die Temperatur dynamisch reguliert werden und bei Stromüberschuss das Eisfach auf -28˚C gekühlt werden, damit es bei wenig Strom sich auf nicht mehr als -15˚C erwärmt.
  • Klimaanlagen, die prädestiniert sind für die Nutzung von Solarenergie, da es üblicherweise dann heiss ist, wenn die Sonne scheint, nutzen die selben Techniken in groß.
  • Waschmaschinen, Spülmaschinen und viele andere Haushaltsgeräte haben endlich einen echten Grund, smart zu werden. Sie können ihre Arbeit planen, indem sie die Stromvorhersage aus dem Internet abfragen.
  • Hausanschlüsse für das stabile Stromnetz werden auf 16A reduziert und stabiler Strom wird nur noch dort eingesetzt, wo es zwingend erforderlich ist. Und als Backup, falls der Kühlschrank doch droht zu warm zu werden
  • erneuerbare Energien werden weiter in das stabile Stromnetz eingespeist
  • Eigenheimbesitzer mit Photovoltaikanlage auf dem Dach bekommen weiter billigen Strom. Aber nicht mehr nur sie, sondern alle

Nötige Rahmenbedingungen

Die Politik muss die steuerlichen Rahmenbedingungen schaffen und dafür sorgen, dass diese Netze gebaut werden und dass der Anschluss an diese für die Eigentümer von Mietshäusern verpflichtend wird. Die Netze können mit Krediten an die Kommunen aufgebaut werden, die über die Einnahmen der höheren Steuern auf das stabile Netz getilgt werden. Und sie muss den vielen Ingenieur:innen, Erfinder:innen, Tüftler:innen, Visionär:innen, und Scharlatan:innen nicht mehr hinterher laufen, sondern gibt ihnen eine Herausforderung: Diese Netze zu entwerfen, zu bauen und zu betreiben und die elektrischen Verbraucher dafür anzupassen.

Visionär oder Pragmatiker, Egomane oder Teamplayer?

Und ich? Bin ich ein Visionär mit dieser Idee? Vielleicht. Aber vor allem bin ich ein Produktmanager, der alle Beteiligten an einem Produkt und ihre Wünsche analysiert, um ihnen dann nicht das zu geben, was sie wollen, sondern das, was sie brauchen. Oder das, was ich meine, das sie brauchen.

Und das ist übrigens eine der besonderen Fähigkeiten, die ein Produktmanager mitbringen muss: Das Selbstbewusstsein und Ego, eine Idee, ein Konzept, einen Plan, eine Roadmap oder ein Feature als die Beste aller Möglichkeiten anzupreisen. Und dann, wenn sich herausstellet, dass man eben doch nicht alle Beteiligten und ihre Bedürfnisse und Möglichkeiten bedacht oder seine eigenen Kenntnisse überschätzt hat und die Idee sich als doch nicht so gut oder sogar schlecht darstellt, das ohne Zögern und ohne verletztes Ego einzugestehen. Und dann mit einer besseren Idee wiederzukommen.

Gebt mir Feedback!

Daher, werte Leser:innen. Holt mich auf den Boden der Tatsachen zurück und zerreisst meine Idee vom instabilen Stromnetz in den Kommentaren. Ich kann das nicht nur ab, ich brauche das! Oder findet Wege, die Idee zu verbessern oder auszubauen.
Aber Zuspruch finde ich auch nicht so übel. Ich bin auch nur ein Mensch.

(Bei Interesse, diesen Text oder Auszüge davon in eurer Publikation zu veröffentlichen, kontaktiert mich bitte! Links hierher sind natürlich immer willkommen!)

Ukraine – Russland: Wie „Chauvinismus der Großmacht“ beide Länder eint und teilt

Jenny mit fünf Jahren in Dnepr, Ukraine

Europa und die USA sind zurecht besorgt über die aggressive Haltung Russlands. Putin zeigt seit Jahren, dass für ihn Grenzen nur auf dem Papier existieren, Widerspruch nicht geduldet wird und Einhaltung von Menschenrechten in Russland keinen Stellenwert für ihn hat.

Wir konnten beobachten, wie er, seine Parteifreunde, Freunde und Familie sich vom Steuergeld und durch Korruption bereichert haben.

Er saugt wie ein Vampir seine Bevölkerung aus und versucht durch Kriege Stärke zu zeigen um so von den daraus resultierenden innenpolitischen Problemen abzulenken und befeuert Patriotismus zum Machterhalt.

Dieser Mann ist gefährlich für Europa und demokratische Werte und leider hat er auch etwas sehr wertvolles kaputt gemacht, was auch mich persönlich betrifft.

Er zerstört seit ein Paar Jahren bereits die enge Beziehung zwischen der russischen und ukrainischen Bevölkerung. Diese Beziehung ist ganz besonders. Ich will keine Geschichtsstunde abhalten, aber seit Jahrhunderten sind Russland und die Ukraine politisch, wirtschaftlich und kulturell extrem eng verbunden.

Vom Sowjetbürger zum Ukrainer

Als ich 4 Jahre alt war zerbrach die Sowjetunion und wir wurden zu Ukrainern. Nun waren wir ein eigenständiges Land, das sich aus der kommunistischen Diktatur gelöst hat und die eigene Geschichte und Kultur wiederbeleben musste.

Und nicht nur eine eigene Kultur, die Ukraine hat auch eine eigene Sprache, die ich ehrlich gesagt nicht besonders mag. In der jüdischen Grundschule in Dnepr habe ich versucht den Ukrainisch Unterricht zu schwänzen, weil mir die Sprache fremd war. Die Industriestadt Dnepr liegt am gleichnamigen Fluss im russischsprachigen Teil der Ukraine und trotzdem fühlten sich Die Menschen im Osten des Landes als Ukrainer und nicht als Russen. Auch wenn es besonders in den ersten Jahren nach der Eigenständigkeit für viele im Osten der Ukraine nicht leicht war, sich auf Ukrainisch umzustellen.

1996 sind meine Mutter, Großmutter, Urgroßmutter und ich nach Deutschland ausgewandert. Wir haben jedes Jahr unsere Familie in Dnepr besucht und ich sah, wie sich das Land wie selbstverständlich immer mehr auf die neue, nicht-sowjetische, sondern ukrainische Identität umgestellt hat.

Trotzdem blieb immer die enge Beziehung zu Russland erhalten, vor allem im kulturellen Bereich.

Diese enge historische Beziehung zwischen Russland und der Ukraine hat außerdem eine ideelle Gemeinsamkeit.

„Chauvinismus der Großmacht“

Im Russischen gibt es den Begriff „Chauvinismus der Großmacht“, der laut meiner Eltern von allen, die in der Sowjetunion aufgewachsen sind, mit der Muttermilch aufgesogen wurde. Dieses Konzept bedeutet, dass die Interessen des Landes wichtiger als die eigenen, privaten Interessen sind. Das klingt für Europäer*innen seltsam. In Europa und vielen anderen Ländern ist dem Menschen das eigene Wohl und das Wohl der Familie am wichtigsten.

Dieses Konzept hat sich sehr stark in das Unterbewusstsein der Russen und Ukrainer eingebrannt. Doch genau dieser „Chauvinismus“ hilft Putin im eigenen Land und ist kontraproduktiv, um die Ukraine einzunehmen. Denn für die Ukrainer ist dieses Konzept ebenso wichtig.

Der Maidan als Wendepunkt

Ukrainer*innen wollten nie und wollen auch jetzt nicht zu Russland gehören, obwohl für sie Russen wie Schwestern und Brüder sind. Putin hat nach den Maidan Protesten, die unmissverständlich deutlich gemacht haben, dass die Ukraine sich Richtung Europa orientieren will, mit Hilfe der russischen Medien deswegen eine aggressive Propaganda in den Regionen Donezk und Lugansk gestartet.

Meine Tante erzählte mir, dass als sie 2014 kurz vor dem Krieg in Donezk Freunde besucht hat, sie ihr erzählt haben, dass die ukrainische Führung jetzt nachdem, was auf dem Maidan passiert ist, Soldaten nach Donezk schickt, um ihnen Arme und Beine abzuschneiden.

Hochgebildete Menschen in Donezk sind Opfer russischer Propaganda geworden.

Die russischen Separatisten gingen damals so weit, die Juden in der Region aufzurufen, sich registrieren zu kommen, damit die Separatisten sie beschützen können.

Den Wunsch nach einer Öffnung Richtung Westen gibt es bei jungen Russen und jungen Ukrainern gleichermaßen. Und doch hat Putin es geschafft zwei Völker, die freundschaftlicher nicht sein können, langsam auseinander zu reißen. Die Ukrainer und Russen sind sogar in der Diaspora mittlerweile zerstritten. Es herrscht eine eiskalte Stimmung zwischen den Völkern.

Während ich früher, wenn mir jemand sagte, dass sie oder er aus Russland stammt, ich mit Freude antwortete: „Ich bin in der Ukraine geboren, in Deutschland aufgewachsen und lebe jetzt in Israel“, zögere ich jetzt damit.

Zelenskiy

Doch das gefährlichste ist das, was Zelenskiy bei der Münchener Sicherheitskonferenz gesagt hat und wofür er in der Ukraine große Unterstützung bekommen hat.

Er sagte, dass wenn Budapester Memorandum nicht mehr gilt, weil die Ukraine keine Sicherheit nach der Abgabe der Atomwaffen erhalten hat, sie sich nun auch nicht mehr an das Memorandum halten müsse. In Dnepr, wo ich geboren bin, wurden Atomraketen für die Sowjetunion gebaut und in der Nähe von Dnepr in der Stadt „Gelbes Wasser“ gibt es Uranerz.

Das Szenario, dass sich die Ukraine wieder atomar bewaffnen wird, ist also realistisch, was die ganze Situation noch explosiver macht.

Meine Tante sagt: 

Denn worüber sich die Ukrainer*innen einig sind, ist dass der Westen ihnen nicht helfen wird. Die Sanktionen zurzeit betreffen nur die wirtschaftlichen Beziehungen zu russischen Akteuren in Donezk und Lugansk. Meine Tante dazu: „Wollen sie uns verarschen? Welche wirtschaftlichen Beziehungen hat der Westen mit Donbass. Das sind keine Sanktionen, sondern heiße Luft“.

Twitter-Zwangspause

Dr. Michael Blume sagte in einem Tweet, ich solle, wenn Twitter meinen Account wieder frei schaltet mit dem Florett und nicht mit dem Degen fechten. Wohl zu meinem eigenen Schutz. Im Film „The Untouchables“ sagte jemand: Man bringt kein Messer mit zu einer Schießerei. Und seit dem wird dieser Vergleich immer wieder zitiert. Von Indiana Jones, The Punisher und vielen anderen.

Twitter ist keine Schießerei, eher eine Kneipenschlägerei. Und in einer solchen wirkt man mit einem Florett etwas verloren. Auf meinem Account geht es um viele Themen, vom Challahbacken und Hummusrezepten über Antisemitismus, Israel, Judentum (und der schamlosen Bewerbung des Buches „Frag uns doch!“ von Marina Weisband und mir) bis zu Cybersecurity und Netzpolitik. Und letzteres Thema hat mich jetzt selbst erwischt: Hass im Netz und was die Platformanbieter dagegen tun oder nicht tun.

Als Jude in Sozialen Medien ist man regelmäßig Antisemitismus ausgesetzt. Am Anfang meiner Twitterkarriere habe ich noch so wenig wie möglich geblockt, inzwischen bin ich viel großzügiger mit dem Blockknopf. Es gibt einfach zu viele Antisemit:innen da draußen. Und ab und zu, wenn es zu viel wird, dann melde ich die Accounts. Und fast immer schreibt mir Twitter, dass die getätigten Aussagen nicht gegen Deutsches Gesetz verstoßen.

Ich denke dann immer: Krass. Die beschäftigen also Volljuristen, die das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit innerhalb von Minuten feststellen können! Und wenn man dann die selben Tweets an Hassmelden übergibt, werden sie komischerweise häufig von tatsächlichen Juristen angezeigt.

Ich wurde gesperrt, weil mir in einem Tweet die Hutschnur geplatzt ist. Natascha Strobl hat einen Brief veröffentlicht, der in ihrem Email-Postfach gelandet ist, in dem ihr die übelsten misogynen und andere Beleidigungen zuteil wurden. Ich schrieb darauf hin: „Aaaahhhh!!! Dem möchte man am liebsten die Fresse polieren!“ Zugegeben, kein Florettstich, eher ein schlag auf den Tisch mit der blanken Faust, so dass die Gläser am Nachbartisch scheppern. Aber ich habe über keine konkrete Person (der Hasser war anonym) und nicht mal einen Twitteruser geschrieben und auch weder selbst die Politur angedroht, noch andere dazu aufgerufen. Grammatik, you know?

Twitter versucht, sich an das NetzDG zu halten. Und dass dieses Gesetz so schlecht gemacht ist, dass es man es eigentlich gar nicht umsetzen kann, ist auch nicht die Schuld von Twitter. Aber was durchaus ihre Verantwortung ist, ist ihr Verhalten bei missbräuchlichem Verhalten ihrer Nutzer. Und es ist nicht nur meine Wahrnehmung, dass Twitter die Meinungsfreiheit vor allem bei Feinden dieser besonders ernst nimmt und Accounts aus dem linken Spektrum (oder was dafür gehalten wird) besonders gerne rigoros gesperrt werden. Außer, man hat einen guten Anwalt.

Twitter investiert tatsächlich in Forschung zu Bots und Trollen und wie man sie erkennt und nutzt das auch. Allerdings ist die Gegenseite auch nicht unkreativ. Ich habe mich auf die Suche gemacht und habe herausgefunden, wer sich damit brüstet, mich erfolgreich gemeldet zu haben.

„Shalom“ my tuches!

Der Account, der meine Sperrung durch die Meldung veranlasst hat ist ein Trollaccount, der offensichtlich keine anderen Hobbies hat, als politische Gegner sperren zu lassen. Die Person sympathisiert offen mit dem Hoecke-Flügel der rassistischen AfD und twittert Fotos von aus SIM-Karten gelegten Figuren. Der Hintergrund ist, dass Prepaid-SIMs aus dem europäischen Ausland sowohl Strafverfolgung erschweren als auch Twitters Schutzmechanismen gegen das Öffnen von Ersatzaccounts aushebeln. Diese Leute investieren also Zeit und Geld in die Jagt auf linke Accounts mit Reichweite in Sozialen Medien.

Als ich bereits gesperrt war, hat diese Person oder andere aus ihrem Umfeld mein Twitterprofil mit Hilfe der Suchfunktion durchforstet, und Tweets mit dem Wort „schlagen“ oder „Fresse“ gesucht und durchgemeldet. Twitter hat daraufhin mehrere dieser Tweets gelöscht und eine weitere Sperre veranlasst (die die Ursprüngliche 7-Tage Sperre aber nicht weiter verlängerte). Diese Tweets waren alle im Thread-Zusammenhang kein wirkliches Problem, aber einen davon möchte ich besonders hervorheben, der auch für sich alleine stehen kann:

Ich beschreibe darin die Herausforderung als Jude erkennbar durch Deutsche Großstädte zu laufen. Und dass ich aufgrund meiner Statur weniger Probleme habe als andere. Dieser Tweet beschreibt also, wie Hass sich in Gewalt auf der Straße übersetzt, der Grund, warum Twitter gegen Hass online vorgehen muss! Es ist absurd!

Aber die Sache hat auch sein Gutes. Ich habe 7 Tage Ruhe von Twitterstürmen und mein Account, dessen Followerzahlen seit ein paar Monaten stagnieren, hat über 100 neue Interessenten gewonnen, obwohl ich mich zum Schutz vor weiteren Meldeaktionen hinter ein Schloss geflüchtet habe. Der Versuch, mich mundtot zu machen, wird scheitern. Im Gegenteil. Meine Reichweite steigt. Und auch wenn ich gesperrt bin, blocken kann ich noch. Und das mache ich auch. 😈

Insgesamt über 100 neue Follower in nur zwei Tagen nach der Sperrung!

P.S.: A propos Challahbacken. Jeden Freitag poste ich ein Foto von den Challot, die die Kinder und ich gebacken haben. Das Feedback ist meist geprägt von Mutuals, die mir einen Schabbat Schalom wünschen. Diese Woche hat meine Frau Jenny den Tweet übernommen und hat damit sehr viele Likes und Retweets erreicht. Tja. Jede Challah ist interessanter als ihr Hater und Trolle im Internet.

P.P.S.: Ich darf lesend auf Twitter zugreifen und ich lese euren Support unter dem Hashtag #freeEliyah. Und ich danke euch dafür!!

„Frag uns Doch!“ – Marina und Eliyah antworten

Twitteruser und ihre Bücher

Heute erschien das Buch „Frag uns Doch!“ von Marina Weisband und mir und mit einem Vorwort von Dr. Michael Blume im S. Fischer Verlag. Das Buch begann mit einem Tweet von Marina vor etwa einem Jahr und heute wird passenderweise meine Timeline bei Twitter mit Fotos von dem Buch geflutet!
Es fühlt sich gut an und auch ein bisschen komisch. Denn alle diese Menschen haben das Buch vor mir in der Hand dank der weniger schnellen Zustellung meines Belegexemplars durch die Israelische Post.

Das Buch ist Aufklärung und Erzählung in einem. Marina und ich gehen auf Fragen von Twitterern ein und erzählen in den Antworten unsere persönliche Verbindung zum Judentum.

Das direkte Feedback der Leser:innen über Twitter ist wirklich etwas Neues für mich. Und es gefällt mir. Denn am Ende will ein Buch nur eines: Die Herzen der Leser berühren. Und wenn man als Autor das miterleben kann, ist es ein besonderes Privileg.

https://www.fischerverlage.de/buch/marina-weisband-eliyah-havemann-frag-uns-doch-9783103974911

#Cyberklär: Was taugt das digitale Corona-Impfzertifikat vom RKI?

Endlich gibt es ein fälschungssicheres, digitales Corona-Impfzertifikat vom Robert-Koch-Institut in Deutschland! Aber was taugt es und wo liegen die Probleme?

Eine Apothekerin erzählt (lesenswerter Twitter-Thread):
https://twitter.com/Samina_Mich/status/1404916574063108098?s=20

Hier gibt es die RKI-App, mit der jeder Zertifikate prüfen kann:
https://digitaler-impfnachweis-app.de/

APIs zum Dekodieren von Impfzertifikat-QR-Codes:
https://github.com/Digitaler-Impfnachweis/certification-apis/blob/master/dgc-certify-api.yaml

#Cyberklär: Was ist der Deutsche „Staatstrojaner“ und ist er eine Gefahr?

Mein Youtube-Kanal #Cyberklär widmet sich den Cybernews der letzten Wochen und erklärt Zusammenhänge für Zuschauer, die nicht tief in der Materie stecken. Heute:

Was ist der Deutsche „Staatstrojaner“ und ist er eine Gefahr?

Das Video ist dieses mal länger geworden als geplant. 11 Minuten erklären:
– Was ist ein Trojaner
– Wer hat den Staatstrojaner gebaut
– Kann ich mich schützen oder was kann ich tun?

Weitere Informationen gibt es hier:

Offensive Security aus Israel: https://www.br.de/nachrichten/deutsch… Petition: https://digitalcourage.de/staatstrojaner

#Cyberklär: Haben Apple und Google Hildmann auf Telegram gesperrt?

Mein Youtube-Kanal #Cyberklär widmet sich den Cybernews der letzten Wochen und erklärt Zusammenhänge für Zuschauer, die nicht tief in der Materie stecken. Heute:

Haben Apple und Google Hildmann auf Telegram gesperrt?

Der Telegram Kanal des Vegan-Hetzers wurde nur auf Apple Geräten und Android mit offiziellem Google Store gesperrt. Daher entstanden Fragen wie: Können die beiden Tech-Giganten in Inhalte eingreifen und Zensur üben? Aber seht selbst:

Jude, Zionist und #BlackLivesMatter. Ein Widerspruch?

#blacklivesmatter in meinem Twitterprofil

Als George Floyd im Mai dieses Jahres von einem Amerikanischen Polizisten ermordet wurde, gab es einen weltweiten Aufschrei. „I can’t breathe!“ stand als Graffiti an den Wänden und die Hashtags #BLM und #BlackLivesMatter trendeten weltweit in den Sozialen Medien.

Auch mich hat das Schicksal von George Floyd berührt. Nicht nur seinetwegen. Seine Ermordung hat ein grelles Scheinwerferlicht auf den strukturellen Rassismus in Amerika geworfen und die weltweite Bewegung, die daraus entstand, hat auch in anderen Teilen der Welt und in Deutschland dafür gesorgt, dass rassistische Strukturen in der Gesellschaft allgemein und in der Polizei im speziellen, stärker ans Tageslicht kamen. Es ist kein Wunder, dass ausgerechnet 2020 die diversen Nazi-Chatgruppen deutscher Polizisten entdeckt wurden. Menschen sind sensibilisiert und hatten den Mut, sie öffentlich zu machen.

Auf Twitter, wo ich zu viel Zeit verbringe, habe ich „Black Lives Matter“ in meinen Header mit aufgenommen. Seit über einem halben Jahr ist er da drin und ich habe mehrfach überlegt, ihn zu entfernen. Schließlich werden gerade andere Säue durchs Dorf getrieben und Themen wie Moria und natürlich der immer gewalttätiger zum Vorschein tretenden Antisemitismus sind mir auch nah und wichtig. Aber ich habe mich dagegen entschieden. BLM bleibt leider immer aktuell.

Ich wurde deswegen mehrfach auf Twitter angegangen. Von linken Antizionisten sowie von rechten Israelis. Beide finden, BLM und Zionist kann man nicht gleichzeitig sein. Warum nicht?

Die Antizionisten glauben, der Zionismus wäre eine rassistische Ideologie und daher inkompatibel mit BLM. Das ist natürlich Quatsch. Deswegen juckt mich dieser Vorwurf auch gar nicht. Schwerer wiegt da der Vorwurf der anderen Seite, die mich darauf hinweisen, dass unter den BLM Aktivisten auch viele Antisemiten den Ton angeben.

Der strukturelle Rassismus ist ein Problem, das jeden Menschen mit Nicht-weißer Hautfarbe betrifft. Egal, ob er Antisemit ist, oder nicht. Ich werden meine Unterstützung für diesen wichtigen Kampf nicht davon abhängig machen, ob Antisemiten bei BLM beteiligt sind oder nicht. Es gibt auch rassistische Juden, und dennoch freue ich mich über jede PoC, die den Kampf gegen Antisemitismus unterstützt.

„Aber die Querdenker lehnst Du doch auch ab, weil dort Nazis mitlaufen!“ – Ja. Sie laufen dort aber nicht nur mit, die ganze Idee der Querdenker ist eben keine einfache, legitime Kritik an Coronamaßnahmen der Bundesregierung, sie beruht auf antisemitisch aufgeladenen Verschwörungsmythen und die Nazis sind ideell bei diesen Demos zuhause. Ein antisemitischer BLM-Aktivist dagegen agiert im Grunde gegen seine eigenen Interessen.

Rassismus und Antisemitismus sind nicht das selbe. Ganz und gar nicht. Die Diskriminierungserfahrungen sind andere und die Mechanismen sind es auch. Als hellhäutiger Jude kann ich als „white passing“ vom Privileg, weiß zu sein profitieren, was PoC nicht können. Andererseits ist Antisemitismus im Kern eliminatorisch und zielt auf die „Endlösung“, während Rassismus die (erneute) Versklavung und Unterwerfung von PoC anstrebt. Gemeinsam haben sie, dass beides ist für einen direkt Betroffenen regelmäßig tödlich ist und die Schnittmenge der Antisemiten und Rassisten ist riesig. Wir haben einen gemeinsamen Gegner. Natürlich müssen wir uns gegenseitig beistehen.

Es ist schon ein paar Jahre her, da habe ich in der WELT einen Artikel veröffentlicht, der den Titel hat „Israel zeigt, dass ethnisches Profiling hilft„, der zuerst hier im Blog erschien. Es war 2016, um genau zu sein, und damals wurde Europa von vielen islamistischen Anschlägen erschüttert. Im Text geht es um ein Einkaufszentrum in Jerusalem, in dem ich regelmäßig war und das von Juden und Arabern gleichermaßen besucht wird. Die Araber aber werden genauer kontrolliert, wenn sie das Zentrum betreten wollen. Ich bin mit dem Titel des Artikels auf welt.de nicht einverstanden. War ich schon damals nicht, aber die Redaktion hat ihn eigenmächtig gesetzt. Ich hatte einen anderen gewählt. Und ich würde den Text heute auch nicht mehr so schreiben. Die redaktionelle Verkürzung in der WELT hat den Text zusätzlich noch verschärft. Ich verstehe heute einiges besser, auch dank einiger toller Menschen, die ich auf Twitter kennengelernt habe, und die islamistischen Anschläge von damals belasten mich emotional nicht mehr so direkt. Dennoch kann und will ich mich nicht komplett von diesem Artikel distanzieren.

„Wie kannst Du Racial Profiling gut finden und #BLM im Header haben? Heuchler!“ So wurde es mir vorgeworfen. Dazu muss ich sagen: Ich habe damals bewusst von „Ethnischem Profiling“ gesprochen. Juden und Araber sind äußerlich nur durch Kleidung und Sprache zu unterscheiden und nicht anhand irgend welcher eingebildeten Menschenrassen. Und außerdem, wenn man den Text wohlwollend liest, dann steht dort eigentlich: Ethnisches Profiling funktioniert nicht außerhalb dieses Spezialfalls des Einkaufszentrums in Jerusalem, wo nach der harten Kontrolle an der Tür eben keine Unterschiede mehr gemacht werden und Juden und Araber zusammen mit der ganzen Familie bequem shoppen gehen und ihr Essen essen. Racial Profiling ist ethisch falsch und praktisch unbrauchbar. Ohne Ausnahme.

Also ja. Ich unterstütze #BLM. Ich werde es weiter tun. Und ich kenne meine Privilegien. Als „white passing“ in Europa und als Jude in Israel. Denn wer seine Privilegien nicht begreift, wer sich selbst nicht reflektiert, dessen Unterstützung ist sowieso nicht viel wert.

Querdenken. Zeit, die Maske(n) abzulegen

Ein Gastbeitrag von Julia Stallinger

Aus dem Alltag ist die Maske nicht mehr wegzudenken. Sie dient dem Schutz anderer vor Corona und kann in gelebter Solidarität nicht nur vor schweren Krankheitsverläufen schützen, sondern sogar Leben retten. Dieser Wirkung trauen aber besonders Querdenker:innen nicht. Die Maske schütze nicht vor der Pandemie, sie sei vielmehr ein Symbol des Mundtotmachens kritischer Stimmen. Doch wer will hier wen mundtot machen? Verfolgt man die Reden auf Querdenken-Demonstrationen, so wird einem schnell klar, dass das Ablegen der Maske vor allem eine symbolische Wirkung erzielen soll. Die häufig als „Maulkorb“ bezeichneten Masken werden abgelegt im vermeintlichen Kampf um die Freiheit. Freiheit, sich wieder mit Menschen zu treffen, aber eben auch Freiheit, sich öffentlich zu radikalisieren und ein altes neues Feindbild über ein größeres, verschwörerisches Narrativ zu etablieren. Was zunächst aussieht wie ein Wunsch nach Ausbruch aus der Pandemie ist tatsächlich nur eine Maske für den eigentlichen Wunsch nach Ausbruch aus der Demokratie.

Von Schuldkult und Opferneid

Die Aussagen und Gedankenspiele auf Querdenken-Demonstrationen sind vielfältig, aber ähnlich im Inhalt. Von einer Studentin, die sich selbst mit Sophie Scholl gleichsetzt, weil sie sich im „Widerstand“ befände, über ein elfjähriges Mädchen, das von ihren Eltern dazu instrumentalisiert wird, zu sagen, sie lebe wie Anne Frank, bishin zu Menschen, die Judensterne auf Masken und andere Kleidungsstücke drucken und behaupten, sie seien „die neuen Juden“. Es finden sich verschiedene Formen der Anspielung auf das NS-Regime und schließlich auch auf die Shoa auf Querdenken-Veranstaltungen. Das ist problematisch, weil Sprache Bilder formt. Die Bilder, denen sich hier bedient wird, sind grausame Bilder von der Ermordung von Millionen von Menschen, die vollkommen grundlos brutalst von einem faschistischen Regime vernichtet wurden. All diese Anspielungen und Vergleiche mit einer Diktatur werden also gemacht, während man selbst in einer Demokratie lebt, in der Gewaltenteilung herrscht und man sogar während einer Pandemie unter Polizeischutz demonstrieren kann und darf, es also keinerlei Ähnlichkeiten mit dem NS-Regime gibt. Wieso also die Vergleiche?

Die Verunsicherung, die Angst, etwas ausgesetzt zu sein, das niemand kontrollieren kann, ist nicht ungewöhnlich zu Zeiten einer Pandemie. Nicht nur Querdenker:innen haben Sorgen und Ängste, nicht nur Querdenker:innen sehnen sich wieder zurück in ein Leben ohne Maske mit engen sozialen Kontakten. Aber gerade die Tatsache, dass wir sozusagen kollektiv „Opfer der Pandemie“ sind ist auch ein wesentlicher Punkt, weshalb die Bewegung auch in zunächst nicht antisemitischen oder radikalen Kreisen Einzug gewinnt. Diese Selbstidentifkation als Opfer der Umstände kann der erste Berührungspunkt mit Querdenken sein. Gleichzeitig bietet die Bewegung vermeintliche Antworten auf Fragen, die man sich zuvor vielleicht gar nicht gestellt hat. Denn dort, wo ein Opfernarrativ erzählt wird, da gibt es auch Täter:innen.

Wir sind die neuen Juden!“ oder auch: „Die Zionisten sind schuld!

Rothschild. Soros. Die Finanzeliten. Lügenpresse. Big Pharma. Oder auch direkt, laut Attila Hildmann: die Zionisten. Codes für vermeintliche Täter:innen findet man auf Querdenken-Veranstaltungen genug. Abstrakte Größen, die unnahbar scheinen. Wer sind diese Zionisten? Spätestens, wirklich allerspätestens hier muss klar sein: Was auf Querdenken-Demonstrationen verbreitet wird, ist Antisemitismus. Und das auch nicht mehr subtil, sondern offenkundig und toleriert von der Gesellschaft.

Querdenken bedient sich jahrhundertealter antijüdischer und antisemitischer Stereotype und adaptiert diese. Vom geldgierigen Juden, der die Medien kontrolliert, die Coronaimpfung in die Welt setzt, um die Menschen zu vergiften (ganz nach dem Brunnenvergiftungsmotiv) und die Regierungen dazu bringt, Menschen diese große „Corona-Lüge“ zu verkaufen, um sich so an ihnen für die grausame Geschichte der Verfolgung zur NS-Zeit zu rächen. Antisemitische Narrative sind tief im deutschsprachigen Raum verwurzelt. So tief, dass heute noch zwischen 20 und 24% der Bevölkerung in Deutschland glauben, dass Juden zu viel Macht in der Poltik, Wirtschaft, Finanzwelt und Medienlandschaft haben und sogar glauben, dass Jüdinnen und Juden sich für etwas Besseres hielten. Zudem denken 41% der Deutschen, Jüdinnen und Juden wären Israel gegenüber treuer als Deutschland, das entspricht auch dem Prozentsatz der Bevölkerung, der denkt, Jüdinnen und Juden sprächen zu häufig über die Shoa (vgl. Brumlik, 2020, S. 4f.). Gerade deshalb funktionieren subtile antisemitische Codes sehr gut, denn sie müssen nicht neu erlernt werden. Sie waren nie weg, sondern haben sich nur weiterentwickelt. Querdenken macht sich diese Muster zu nutze und instrumentalisiert die Shoa, indem sie ihre heutige Situation mit der der NS-Zeit gleichsetzen und mit den dadurch hergestellten emotionalen Konnotationen Zuspruch gewinnen. Spricht man nun aber selbst als Jüdin oder Jude über die grausamen Ermordungen, wird einem Schuldkult vorgeworfen, also bewusstes Hervorrufen von Schuldgefühlen aufgrund der Geschichte. Betrachtet man die Menge an Menschen, die antisemitische Narrative verinnerlicht haben, dann überrascht es nicht, dass diese Schuldumkehr erfolgreich funktioniert, auf dessen Basis sich neue Feindbilder bauen lassen. „Die Zionisten“, Israel, „deutschlanduntreue“ Jüdinnen und Juden, die zu viel über die Shoa reden, um einem selbst Schuldgefühle einzuflößen. Sie seien doch diejenigen -– so glaubt ein nicht geringer Prozentsatz der Deutschen – die Macht in Form von Geld, Einfluss auf die Politik und Medien wie auch auf die Pharmabranche haben. Es ist für Querdenker:innen also naheliegend, sich nicht nur selbst zu viktimisieren, sondern gleichzeitig Schuldumkehr zu betreiben und zu behaupten, Jüdinnen und Juden, unter dem Code der „Zionisten“, wollen mit der Coronapandemie anderen schaden. Das Motiv? Rache.

Auf der Suche nach einem neuen, nicht greifbaren, elitären Feindbild kommt auch die Nähe von Querdenken zu Qanon, die nicht nur symbolisch, sondern auch ideologisch verankert ist, hervor. Gegen Jüdinnen und Juden in Deutschland zu hetzen, das ist ­– zum Glück – auf legaler Ebene schwierig. Das führt aber unweigerlich dazu, Zionistinnen und Zionisten, also jene Leute, die die Existenz des einzigen jüdischen Staates Israel befürworten und unterstützen, als neues Vehikel für ihren Hass zu legitimieren. Unter der Schätzung, dass 95% der Jüdinnen und Juden weltweit Zionist:innen sind wird ebenso klar erkennbar, dass es sich wieder nur um ein Codewort handelt, das den eigenen Antisemitismus kaschieren soll. Und nicht nur das: Unter dem kollektiven Hass auf Zionismus finden Gruppen zusammen, die sonst nie zusammenfinden würden. Wenn eine von Rechtsradikalen organisierte Free Palestine-Demonstration vor einer Synagoge in Deutschland, wo deutsche Jüdinnen und Juden beten, nicht genehmigt wird, dann wird das kollektive antisemitische Motiv unter dem Deckmantel des Antizionismus klar erkennbar. Dieses gemeinsame Narrativ der bösen Zionist:innen, das für viele zunächst gar nicht greifbar ist, funktioniert. Es funktioniert, weil es verharmlost werden kann, schließlich hat ja niemand explizit von „den Juden“ gesprochen. Es funktioniet, weil es abstrakt erscheint und weil Zionismus „ein umstrittenes Thema ist“, weil Zionismus aber eigentlich zunächst ein Begriff, ist, der den meisten Menschen im deutschsprachigen Raum gar nichts sagt und es schwer ist, gegen einen unbekannten Begriff zu argumentieren. Es funktioniert nicht zuletzt aber auch, weil Antisemitismus schlichtweg, selbst wenn er offen praktiziert wird, in der Mehrheitsgesellschaft toleriert wird.

Demonstrieren für die Freiheit

Tatsache ist: Es gibt legitime Punkte, die man am Pandemiemanagement kritisieren kann und muss. Das ist aus rein medizinischer, ethischer und juristischer Perspektive nicht nur möglich, sondern auch notwendig, um sicherstellen zu können, den effektivsten Schutz für die Gesellschaft zu gewährleisten. Gleiches gilt für Kritik an der Regierung, wie die Opposition beispielsweise veranschaulicht. Diese gerechtfertigte Kritik kommt aber ohne antisemitische Verschwörungsmythen, die sich häufig als antizionistisch kaschieren, aus.

Auf Coronademonstrationen geht es nicht darum, legitime und notwendige medizinische und juristische Fragen zu stellen und Kritikpunkte aufzuwerfen. Es geht darum, die Demokratie in Frage zu stellen und zu überwinden. Ein demokratisches System umzustürzen, das von Querdenker:innen als Diktatur betrachtet wird, weil das eigene Narrativ der jüdischen/zionistischen Weltverschwörung bereits so verinnerlicht ist, dass man gar nicht mehr wahrnehmen kann, dass Gewaltenteilung existiert, Wahlen nicht gefälscht werden, Menschen frei demonstrieren dürfen (auch während einer Pandemie) und, Baruch HaShem, niemand ermordet wird, weil wir in einer Demokratie und nicht einer Diktatur leben.

Geschichtsrevisionistische und -relativierende Aussagen befördern die eigne Viktimisierung und verharmlosen die Shoa und damit den brutalen Mord and sechs Millionen Jüdinnen und Juden. Zugleich schaffen diese Aussagen Implikationen und Bilder, die dazu führen, sich selbst in heutiger Zeit als Opfer, zunächst der Pandemie und schließlich einer vermeintlichen Diktatur zu sehen. Diese Diktatur verfolgt Ziele, die den Bürger:innen nicht bewusst sein können, die sie also selbst aufdecken müssen. So entwickelt sich das Verschwörungsnarrativ der zionistischen Eliten, die im Geheimen von Israel aus, aber auch in der Diaspora agieren, das Virus in die Welt setzen, die Medien, Finanzen, Pharma und die Regierung kontrollieren und so als Weltmacht die Rache an der deutschen Bevölkerung üben. Es beginnt also mit zunächst unscheinbaren Codes, die man vielleicht als Laie gar nicht als antisemitisch kategorisieren würde. Daraus entwickelt sich aber schnell ein neues Feindbild, in dem die „Deutschen“ die Opfer und Jüdinnen und Juden die Täter:innen sind.

Umso wichtiger ist es, nicht nur von „Covidioten“ zu sprechen und ihren gelebten Antisemitismus müde zu belächeln und dadurch zu verharmlosen. Eine Verharmlosung bietet Platz in der Gesellschaft. Den gibt es aber nicht für Antisemitismus. Geschichtsrevisionismus und antisemitische Verschwörungsmythen, so absurd sie klingen, müssen ernst genommen, eingeordnet, diskutiert und widerlegt werden. Wenn „nie wieder“ auch wirklich „nie wieder“ bedeuten soll, dann muss es Aufgabe der nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaft sein, nicht nur Jüdinnen und Juden zuzuhören, sondern auch sich selbst klar gegen alle Formen des Antisemitismus zu positionieren.

Zahlen zu antisemitischen Einstellungen in Deutschland:

Brumlik, M. (2020). Antisemitismus. 100 Seiten. Bonn: Reclam.

Über die Autorin

Julia Stallinger, BEd studiert derzeit im Master Jüdische Kulturgeschichte an der Universität Salzburg. Am Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte der Universität ist sie außerdem als Studienassistentin tätig und moderiert die Radiosendung Maschehu – Mischehu, die auch als Podcast verfügbar ist. Während das Ziel der Sendung ist, innerjüdische Diversität, die im Mainstream keinen Raum findet, durch eine Vielfalt an jüdischen Themen und Gästen sichtbar zu machen und zu diskutieren, engagiert sie sich thematisch außerhalb der Sendung vorrangig zum Thema Antisemitismus und als Mitglied der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft spezifisch zur Schnittstelle zwischen antizionistischen und antisemitischen Motiven in radikalen Gruppierungen.

Link zur Sendung Maschehu – Mischehu:

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