Jérusalem est Charlie

Heute habe ich für unsere Wohnung die Arnona, die Stadtsteuer bezahlt. Darin enthalten ist die Müllabfuhr und Strassenwartung und Licht und was sonst noch so zum Service einer Stadt dazu gehört. Der Preis ist abhängig von der Wohngegend und den Quadratmetern der eigenen vier Wände. Ich musste heute etwa 1200,- Euro für das Jahr 2015 berappen.
Von diesem Geld gönnt sich die Stadt auch ein hübsches Verwaltungsgebäude im Zentrum mit durchdachtem Nummernsystem und muttersprachlichen Mitarbeitern in Hebräisch und Arabisch. Trotz der wirklich vielen Amis und Franzosen in der Stadt gibt es keinen Service in einer dieser Sprachen.
Heute gab es aber einen Stand, der war für Franzosen. Einen Stand, auf dem stand: „Die Stadt Jerusalem begrüsst die Neueinwanderer aus Frankreich!“ Und draussen vor der Tür hängt das Plakat „Jérusalem est Charlie“. Nur ein paar Meter hinter dem Stand aber fängt der Servicebereich an und dort ist es dann vorbei mit Französisch. Nun ja, mein Hebräisch reicht für Behördengänge.
Nach den Attentaten in Paris erwartet man noch mehr Einwanderer aus Frankreich. Weit über 10.000 sollen es 2015 werden. Da die Einwanderungswelle von Juden aus Frankreich schon eine Weile anhält, gibt es inzwischen sogar guten koscheren Käse in diesem Land. Und wer weiss, vielleicht erscheint bald hier auch regelmässig Charlie Hebdo auf Französisch.
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