Gut Schabbes Selfie – Vayeshev

Aahrg!! Der Wochenabschnitt Vayeshev ist diese Woche dran. Das Heisst so viel wie „Er sass“ oder „Lies sich nieder“.
Die meisten Menschen sitzen, wenn sie Fernsehen schauen. Und dort gibt es Serien, Daliy Soaps und andere Folgegeschichten in Filmform. Verrückte Dinge passieren da, Allianzen werden geschmiedet und wieder gebrochen, Liebschaften, Sex und Verbrechen flimmern pausenlos ins Wohnzimmer.
Dieser Wochenabschnitt liefert Stoff für mehrere Vorabendserien: Verrat unter Brüdern, ein tief-trauernder, betrogener Vater, Prostitution, Nymphomanie, Kerker, Betrug, kurzgesagt: Alles, was das Herz an Skandälchen begehrt.
Also: Ab in die Synagoge zum Morgengebet und den Fernseher mal aus lassen. Es lohnt sich!
Schabbat Schalom!

Gut Schabbes Selfie – Vayezei

Zugegeben, ich sehe nicht sonderlich glücklich aus auf dem Foto. Es ist Donnerstag Abend und ich habe gerade den Wochenabschnitt für diesen Schabbat gelesen. Da die Freitage im Winter so kurz sind, schaffte ich es die letzten zwei Wochen einfach nicht, einen Gut-Schabbes-Selfie zu schreiben, daher diese Woche schon jetzt. Das Buch in meiner Hand ist eine Ausgabe der Torah, kommentiert und mit einer Übersetzung ins Englische.
Der Abschnitt heisst „Vayezei“, also „Es verliess (Jakob)“. Mich verlassen die Kräfte, daher mein Gesichtsausdruck. Jakob wiederum verlässt seine Heimat, um zu Laban zu gehen. Dort wird er seine Frauen heiraten und seine Söhne, die später die Stammesfürsten der 12 Stämme Israels werden, werden geboren.
Auf dem Weg dort hin macht er auf dem Berg Moria eine Pause und schläft. Der Ort, an dem er schläft ist genau der, an dem heute der Felsendom in Jerusalem steht und die Stelle auf dem Berg ist die, an der der Jüdische Tempel sein Allerheiligstes hatte. Jakob träumte dort einen Traum von Engeln, die auf einer Leiter gen Himmel und wieder hinabstiegen.
Heute an diesem Donnerstag wurden wieder viele Menschen getötet in Israel, in den „Gebieten“ und im Zentrum Tel Avivs. Dieser Berg, auf dem Jakob schlief, ist der Anlass für die Gewalt. Aber der Grund ist grundloser Hass.
Jakob wurde von Laban mehrfach betrogen. Hundertmal, sagt die Torah, hat Laban seine Abkommen gebrochen. Und trotzdem hielt Jakob Wort. Und trotzdem machte er Frieden mit Laban. Es war ein kalter Frieden mit einer Mauer, die die beiden trennen sollte, aber er hielt.
Auch wir Israelis wurden und werden hundertemal hinterrücks gemeuchelt, zerbombt, erschlagen und betrogen, und dennoch wollen wir weiter Frieden schliessen. Und auch wir haben eine Mauer gebaut.
Manchmal ist es erschreckend, wie aktuell doch die Torah ist.
Ich sehe nicht glücklich aus. Wie soll ich es auch sein angesichts der Toten in Paris, in Tel Aviv und überall auf der Welt, gemordet von grundlosem Hass.
Schabbat Schalom.

Gut Mozasch Selfie!

Mozasch ist eine zusammenfassende Abkürzung. Sie steht für „Mozei Schabbat“, also kurz nach Schabbt, sprich Samstag Abend. Es ist Winter in Israel und die Zeit wurde umgestellt, daher begann der Schabbat schon um 16:20 und endete bereits um 17:30. Mein Freund Henning aus Hamburg ist gerade im Lande mit einer Gruppe Jugendlichen aus Deutschland, die sich Remembering.today nennt.
Freitag war der einzige Termin, an dem wir uns treffen konnten. Und wenn er schon hier ist, dann will ich das auch.
Leider aber hat das dazu geführt, dass unser Freitag sehr hektisch wurde. Wir erwarteten Gäste (die auch gekommen sind) und mussten noch kochen, aufräumen, vorbereiten usw., was so ein Freitag vor einem Schabbat eben so mit sich bringt.
Und deswegen war keine Zeit für einen Gut-Schabbes-Selfie. Dabei gab es so viel zu erzählen. Der Wochenabschnitt liefert Stoff für mindestens drei Spielfilme, so viel unglaubliches und für das Selbstverständnis der Religion wichtiges ist passiert. In diesem Abschnitt geht es unter anderem um den Tempelberg, ein äusserst aktuelles Thema.
Aber Freundschaft geht vor. Tut mir leid. Und auch wenn es nur kurz war, ich habe mich sehr gefreut, Henning mal wieder zu sehen!

A gute Woch!

Gut-Schabbes-Selfie – Bereschit

Gut-Schabbes-Selfie?

Heute ist Schabbat „Bereschit“. Die Torah fängt an mit: „Am Anfang schuf G-tt den Himmel und die Erde. Und die Erde war öde und wüst.“ Öde und wüst ist die Übersetzung von „Tohu vabohu“. Ein Tohuwabohu haben wir zur Zeit auch in Israel. Ich stehe auf dieser Erde und meine Arme strecke ich gen Himmel, von dort erhoffe ich mir eine Lösung, keine Erlösung. Denn eine eigene Idee habe ich leider nicht.
Wir fühlen uns nicht sicher. Die Messerattacken, Steinwürfe auf fahrende Autos und andere hinterhältige Angriffe finden überall im Land statt. Nicht nur an irgend welchen sogenannten „Brennpunkten“. Hier in Ra’anana konnte ein Attentäter festgenommen werden, bevor er aktiv wurde. Wir sind also auch hier nicht sicher.
Gestern haben wir online die Tagesschau gesehen. Der FIFA Skandal war natürlich wichtiger, aber auch über die Situation hier in Israel wurde berichtet. Geschlossen hat die Sprecherin den Beitrag damit, dass die Anzahl der Toten unter den Israelis vier und unter den Palästinensern sechs wäre.
Ich hätte ihr am liebsten ins Gesicht gekotzt. Diese Aufrechnung ist beschämend. Die toten Angreifer, die ihren Tod selbst verantworten und teilweise in Notwehr getötet wurden, wurden mit wahllosen Opfern verrechnet, die nur zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Das ist so, als würde man sagen: „An der Vergewaltigung waren fünf Männer und zwei Frauen beteiligt.“ Hallo? Ausserdem waren manche der toten Palästinenser auch Israelis. Hätten sie richtigerweise „Juden“ und „Araber“ gesagt, dann hätten sie sich selbst entlarvt.
Die Menschen hier sind vergleichsweise ruhig. In den sozialen Netzen kursieren Videos, wie man sich gegen eine Messerattacke wehrt, wie man einem Opfer einer solchen Attacke Erste Hilfe leistet und wie man den Notruf wählt.
Muslime verbreiten aber Videos, die Tipps geben, wie man einen Juden (hier sind sie ehrlicher als die Tagesschau) meuchelt. Ich habe mir so ein Video angesehen: ekelhaft. Die feige Tat wird heroisiert und der Hinterhalt idealisiert. Die geschauspielerten Opfer in dem Video waren tanzende, unbewaffnete Juden!
Heute ist auch ein Jude durchgedreht. Er hat in Dimona unschuldige Araber mit einem Messer angegriffen und verletzt. Ich habe noch keine Tagesschau gesehen, aber ich denke, dass wenn darüber berichtet wird, wird genauer differenziert zwischen Aggressor und Opfer.
„G-tt nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte Er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen. Der erste Tag“
Schabbat Schalom!

 

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Gut-Schabbes-Selfie – Schawuot

Es ist schon wieder Schabbat! Diese Hohen Feiertage und die Schabbate dazwischen machen ein normales Leben unmöglich. Schrecklich. Dabei bleibt so viel liegen, was zu erledigen wäre.
Der heutige Schabbat hat keinen eigenen Torah-Abschnitt. Es ist der Schabbat in der Laubhüttenwoche und wir lesen Laubhüttentexte über die „Schalosch Regalim“, also die Drei Pilgerfeste, von denen das Laubhüttenfest eines ist.
Ja, die Wege, die uns HaSchem aufträgt und die er in seiner Torah niedergeschrieben hat sind manchmal verwunden. Und ein Tag nach Schabbat fangen wir am Torahfreudenfest wieder von vorne damit an, die Torah zu lesen. Und am Anfang erschuf G-tt Himmel und Erde.
Manche auch noch so verwundenen Pfade sind aber Brücken zu etwas Neuem, etwas Schönem. Wie die Brücke hinter mir im Bild, die verschlungen in den Park Ra’anana führt.
Möge für alle, die sich darauf einlassen, die Torah eine Brücke sein, die dich trägt und kein zu verschlungener Pfad, der dich verzweifeln lässt! Schabbat Schalom!

P.S.: Til, gib meine Socken wieder her!

 

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Yom-Kippur-Selfie

In den letzten Wochen kam ich nicht dazu, einen Gut-Schabbes-Selfie zu posten und nicht mal dazu, ein schönes neues Jahr zu Rosch Haschanah zu wünschen! Es tut mir leid. Bitte verzeiht mir!
Und indem ihr das tut, habt ihr schon eine Mizwa zu Yom Kippur erfüllt: Denn an diesem Tag vergibt uns G-tt unsere Sünden, die wir vor ihm begangen haben und wir vergeben unseren Freunden, Bekannten und unserer Familie, falls sie uns etwas getan haben. Denn G-tt kann eine unkoschere Mahlzeit und auch einen gebrochenen Schabbat verzeihen, aber nicht eine gekränkte Freundin oder einen betrogenen Partner. Darum müssen wir uns schon selbst kümmern!
Um sich auf den Tag der Vergebung vorzubereiten, steigen Männer am Tag vor Yom Kippur in das rituelle Bad, die Mikve. Auf dem Foto erkennt man es im Hintergrund. Mein verstohlener Blick lässt erahnen, dass ich nicht erwischt werden wollte, dieses Foto in dem so intimen Bereich zu machen, aber es war gerade wirklich niemand ausser mir da. Vor mir war eine Schlange und nachdem ich wieder raus war, kamen noch mehr Männer, sich von ihren Verfehlungen spirituell zu reinigen. Ich hatte also Glück.
Und Glück gehört zum Leben einfach dazu. Ich wünsche euch allen auch viel Glück und ein glückliches Händchen dabei, euren Freunden und Verwandten und anderen Menschen um euch herum zu verzeihen und dass auch euch verziehen wird und ihr freudig das neue Jahr begehen könnt!
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Gut Schabbes Selfie – Madrid

74! Nein, das ist nicht mein Geburtsjahr, aber fast. In heutigen Wochenabschnitt finden sich 74 der 613 Gebote aus der Torah. Manche davon sind heute nicht mehr anwendbar, andere miss- und wenige komplett unverständlich. Ich könnte also einen kilometerlangen Text über „Ki Teitzei“ schreiben. Aber dann würde ich wohl ein tl;dr von vielen hier ernten. Zu Recht.
Ich bin gerade in Spanien, genauer in Madrid, wie man im Foto vielleicht erkennen kann. Die Arbeit hat mich hierher verschlagen und meine Familie konnte daher leider nicht mit. Ich vermisse sie schrecklich und als ich eben mit ihnen geskyped habe, ist mein Jüngster mit seinen fünf Monaten vor Freude fast durchgedreht. Und ich innerlich auch.
Er hat mich also nicht vergessen in der letzten Woche. Und auch der Wochenabschnitt gebietet uns im letzten Satz, nicht zu vergessen. Aber nicht den lieben Papa, sondern das böse Amalek. Das Volk, dass uns nachgestellt hat und die schwächsten hinterrücks erschlagen hat nach unserem Auszug aus Ägypten.
Amalek gibt es nicht mehr. Aber es gibt immer wieder Völker, die sich um diesen Titel bewerben. Vor gut 500 Jahren waren das die Spanier mit der Inquisition. Knapp 500 Jahre danach die Deutschen. Spanien auf hebräisch ist „Sfarad“ und Deutschland „Medinat Aschkenas“. Die Hauptströmungen im Judentum sind sefardische und aschkenasische Juden. Zufall?
Hier in Spanien fällt es mir also nicht so schwer, Amalek zu erinnern. Und auch nicht, mich darauf zu freuen, den nächsten Schabbat wieder zuhause mit meiner Familie in Israel zu feiern.

Gut Shabbes!

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Gut Schabbes Selfie – Schoftim

Gut Schabbes Selfie

Der heutige Wochenabschnitt „Schoftim“ enthält den Satz: „Denn der Mensch ist ein Baum im Feld“. Und da ich darüber zum Neujahr der Bäume (Tu BiSchwat) schon mal geschrieben habe und damals auch das wunderschöne Gedicht dazu von Nathan Zach übersetzt habe, behelfe ich mir heute mit Copy-Paste. Gut Schabbes!

Mittendrin in unserem Wochenabschnitt steht der merkwürdige Satz „Ki Ha’adam Etz HaSsadeh“. Wörtlich übersetzt bedeutet das „Weil der Mensch ein Baum im Feld (ist)“. Ich selbst fühle mich nicht wirklich wie ein Baum. Ich habe nicht nur ein Bein und das ist auch nicht am Boden fest gewachsen. Die wörtliche Bedeutung bringt uns also nicht weiter.
Die Kommentatoren der Torah haben diesem Satz über die Jahrhunderte große Aufmerksamkeit geschenkt. Ist er nicht doch eine Frage und keine Aussage? Sind die Baumfrüchte des Menschen seine Kinder oder seine Gedanken und Wissen? Im Abschnitt steht auch, dass man nur Fruchtbäume nicht fällen darf, muss man sich einen neuen Lehrer suchen, also den alten fällen, wenn er keine Wissenfrüchte mehr trägt, von denen man lernen kann? Oder sind die Wurzeln sein Intellekt und die Baumkrone sein Kopf, der zum Himmel gewandt ist?
Ist der Mensch ein Baum im Feld? Bin ich verwurzelt in meinem Intellekt, meinem Glauben, meinem Umfeld und in dieser Welt oder schwankt mein Kopf im Wind herum und ein kleiner Sturm wird mich entwurzeln?
Der Israelische Dichter Natan Zach hat kurz nach dem Holocaust den Satz „Ki Ha’adam Etz HaSsadeh“ in ein wunderschönes, trauriges Lied verdichtet. Ich habe versucht, es nachzudichten:

Ist der Mensch ein Baum im Feld?
Genau wie ein Mensch, blüht auf der Baum
Genau wie der Baum, wird der Mensch gefällt
Und ich, ich weiss nicht
wo war ich und wo will ich noch hin
wie ein Baum im Feld
Ist der Mensch ein Baum im Feld?
Er wirft die Arme wie ein Baum gen Himmel
Und er verkohlt wie er im Brand
Und ich, ich weiss nicht
wo war ich und wo will ich noch hin
wie ein Baum im Feld
Ist der Mensch ein Baum im Feld?
Unstillbar ist sein Durst nach Wasser
Nach Leben in unserer vertrockneten Welt
Und ich, ich weiss nicht
wo war ich und wo will ich noch hin
wie ein Baum im Feld
Ich liebte und ich hasste
Ich habe so vieles probiert
Doch sie verscharrten mich in der Erde
und es schmeckt so bitter und ich werde
wie ein Baum im Feld
wie ein Baum im Feld

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Gut Schabbes Selfie – Va’etchanan

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Diesen Schabbat lesen wir den Torahabschnitt Va’etchanan. Darin werden die Zehn Gebote wiederholt und wir lesen die Aufforderung, Gebetsriemen anzulegen und an unsere Türen eine Mesusa anzubringen. Letztere ist eine kleine Pergamentrolle mit dem wichtigsten Gebet im Judentum, dem Schma, das auch in diesem Wochenabschnitt steht. Diese Rolle wird in eine hübsche Hülle gesteckt und leicht angewinkelt an den rechten Türrahmen angebracht.
Das Schma und die Zehn Gebote sind so etwas wie die Quintessenz des Judentums. Alles, was uns wichtig ist, in wenige, prägnante Sätze verpackt.
Mein Leben ist auch gerade verpackt in Kisten, Taschen und Boxen. Meine kleine Familie und ich ziehen am Montag in ein neues Zuhause im Zentrum Israels. Ich bin traurig, dass wir Jerusalem verlassen, bin unpassenderweise auch noch erkältet und gestern hat sich ein alter Freund von mir entschlossen, sein Leben nicht mehr weiter zu leben. Zusammenfassend kann man sagen: Es geht mir nicht so gut.
Aber nächste Woche werde ich auch wieder eine Mesusa an unserer neuen Tür anbringen und wie jeden Tag Gebetsriemen anlegen und mich hoffentlich wieder freuen daran. Aber am meisten freue ich mich auf den Schabbat heute Abend. Eine Auszeit in der Umzugshektik, Essen bei Freunden, eine Chance für mich, wieder gesund zu werden und auch emotionale Ruhe, meinem alten Freund zu gedenken.

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Gut Schabbes Selfie – Black Sabbath

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Nur noch zwei Tage, bis die „Drei Wochen“ vorbei sind. Drei Wochen, in denen man sich nicht rasieren darf, keine Musik hören und kein Fleisch essen. In der letzten Woche, quasi als Steigerung, darf man nicht mal Wäsche waschen (ausser für Kinder). Bin ich froh, dass ich einen langsamen Bartwuchs habe, sonst sähe ich jetzt aus wie ein Waldschrat.
Dieser Schabbat ist der Schabbat vor Tischa BeAv und wird daher auch der „Schwarze Schabbat“ genannt. Auf Englisch also „Black Sabbath“, da drängte sich das Motiv mit Ozzy Osbourne und seiner Band geradezu auf. Es gibt auch einen „Weissen Schabbat“, der Schabbat vor Yom Kippur. Beide haben gemein, dass man sich noch mal den Bauch so richtig voll schlagen kann, bevor man danach dann 26 Stunden lang fasten muss, dieses Jahr sogar direkt im Anschluss an Schabbat. Was sage ich: Man fängt schon in den letzten Stunden des Schabbat damit an!
Wir fasten diesen Sonntag am Tischa BeAv, um in Trauer der Zerstörung des ersten und des zweiten Tempels zu gedenken. Aber jedem Ende wohnt ein Anfang inne. Daher passt es ganz gut, dass unser Wochenabschnitt der Beginn des Fünften Buch Mose ist, auch „Devarim“ genannt. Moses, der wusste, dass er bald sterben wird, wiederholt noch mal alles, was G-tt ihm aufgetragen hat für das Volk Israel, damit sie nach ihm selbständig das Land Israel besiedeln können.
In meinem Leben ging kürzlich auch etwas zu Ende und etwas neues beginnt. Und es hat auch mit Verlust, Neuanfang, Jerusalem und Besiedelung des Landes Israel zu tun: Meine kleine Familie und ich, wir werden in der nächsten Woche unsere Wohnung in Jerusalem verlassen und sind sehr traurig darüber. Jerusalem ist wahrlich die schönste Stadt der Welt. Aber der Neuanfang wird in Ra’anana sein, einer schönen Stadt nördlich von Tel Aviv. Und wir freuen uns auf einen neuen, spannenden Abschnitt in unserem Leben.
Und auf laute Musik (aber nicht Black Sabbath), saftige Steaks und einen frisch rasierten Bart ab Montag!

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